Datenschutz auf Reisen

Viele Reisende kennen die Situation: Beim Check-in bittet die Unterkunft darum, den Reisepass abzugeben und eine Kopie davon anzufertigen. Für viele wirkt das wie eine normale Formalität. Tatsächlich birgt das Teilen sensibler Ausweis- und Kreditkartendaten jedoch Risiken. Wer unterwegs aufmerksam mit persönlichen Daten und Zahlungsmitteln umgeht, kann sich besser vor Identitätsmissbrauch und finanziellen Schäden schützen. Deshalb lohnt es sich, die eigenen Rechte zu kennen und vorbereitet zu sein.
 

Datenschutz auf Reisen

Warum das Abgeben des Reisepasses problematisch sein kann

Im Reisepass stehen zahlreiche persönliche Informationen. Dazu gehören dein vollständiger Name, dein Geburtsdatum und die Passnummer. Gelangen diese Daten in die falschen Hände, können sie für Betrug oder Identitätsdiebstahl missbraucht werden. Besonders auf Reisen sind die Regelungen zum Datenschutz nicht überall gleich. Während in Europa klare Vorgaben gelten, unterscheiden sich die Anforderungen in vielen anderen Ländern deutlich.

Welche Regeln gelten in Europa?

Innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums dürfen Unterkünfte bestimmte Daten ihrer Gäste erfassen. Dazu gehören beispielsweise Name, Wohnort und die Art des Ausweisdokuments. Eine Kopie, ein Foto oder ein Scan des Reisepasses ist jedoch in vielen Fällen nicht zulässig. Grundlage dafür sind die europäischen Datenschutzbestimmungen. Trotzdem gehört das Kopieren von Ausweisen in einigen Hotels weiterhin zur üblichen Check-in-Praxis. Außerhalb Europas gelten andere gesetzliche Rahmenbedingungen. Deshalb können die Erwartungen von Unterkunft und Reisenden voneinander abweichen.

Welche Daten dürfen abgefragt werden?

Für die gesetzlich vorgeschriebene Gästeregistrierung werden meist nur wenige Informationen benötigt. Besonders sensible Daten wie die deutsche Steueridentifikationsnummer oder andere nicht notwendige Angaben sollten nicht erfasst werden. Trotzdem verlangen manche Unterkünfte die vollständige Einsicht oder sogar eine Kopie des Reisepasses. In solchen Situationen hilft es, vorbereitet zu sein.

Warum auch Kreditkartendaten geschützt werden sollten

Auch Kreditkartendaten können auf Reisen zum Risiko werden. Besonders problematisch ist es, wenn Karten aus der Hand gegeben, kopiert, fotografiert oder an manipulierten Geräten eingelesen werden. Kriminelle nutzen mitunter präparierte Kartenlesegeräte oder Aufsätze an Geldautomaten, um Kartendaten auszuspähen. Grundsätzlich gilt: Behalte deine Kreditkarte möglichst im Blick, prüfe Geldautomaten und Kartenterminals vor der Nutzung und gib deine Kartendaten nur weiter, wenn es wirklich notwendig ist. Sollte dir etwas auffallen, lasse deine Karte vorsorglich sperren. Eine sichere Alternative kann das kontaktlose Bezahlen mit einer digitalen Karte im Smartphone-Wallet sein, da du deine physische Karte dabei nicht aus der Hand geben musst.

So kannst du deine Daten beim Check-in schützen


Eine geschützte Passkopie vorbereiten

Vor der Reise kannst du eine Kopie deines Reisepasses anfertigen und besonders sensible Angaben schwärzen. Dafür eignet sich beispielsweise die kostenlose App „KopieID“ der Bundesregierung. So hast du eine Alternative zur Hand, falls eine Unterkunft eine Kopie verlangt.

Eine RFID-Schutzhülle verwenden

Moderne Reisepässe und viele Zahlungskarten enthalten Chips, die kontaktlos ausgelesen werden können. Eine RFID-Schutzhülle oder ein Kartenetui mit RFID-Schutz kann zusätzliche Sicherheit geben, besonders wenn du Ausweise und Karten unterwegs zusammen aufbewahrst. Wenn du Karten in deiner Handyhülle transportierst, kann auch eine Hülle mit RFID-Schutz sinnvoll sein.

Das Gespräch suchen

Wird eine geschützte Kopie nicht akzeptiert, hilft oft ein freundliches Gespräch. Erkläre, dass dir der Schutz deiner persönlichen Daten wichtig ist und frage nach, welche Informationen tatsächlich benötigt werden. Innerhalb Europas kannst du dabei auch auf die geltenden Datenschutzbestimmungen verweisen. In vielen Fällen lässt sich eine Lösung finden, die für beide Seiten akzeptabel ist.

Gut vorbereitet reisen

Den Reisepass und die Kreditkaten abzugeben gehört für viele Reisende zu den unangenehmen Momenten beim Check-in. Mit etwas Vorbereitung kannst du jedoch selbst dazu beitragen, deine Daten besser zu schützen. Eine geschwärzte Passkopie, eine RFID-Schutzhülle und das Wissen über deine Rechte geben dir mehr Sicherheit auf Reisen. So kannst du dich auf das konzentrieren, worauf es unterwegs wirklich ankommt: neue Orte entdecken, Menschen begegnen und die Reise entspannt genießen. Erkundige dich vor deiner Reise nach den geltenden Bestimmungen deines Reiseziels. Die Anforderungen können je nach Land und Unterkunft unterschiedlich sein.

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