So wirkt sich dein Flug auf das Klima aus

Fliegen belastet das Klima. Das wissen die meisten. Gleichzeitig macht es einen großen Unterschied, ob du ans andere Ende der Welt reist oder ein Ziel in der Nähe wählst. Der CO<sub>2</sub>e-Ausstoß eines Flugs nach Chile ist fast zwanzigmal so hoch wie der eines Flugs nach Schottland.

Auf kürzeren Strecken lohnt es sich, Alternativen wie den Zug oder das Auto in Betracht zu ziehen. Nachhaltiger reisen ist keine einfache Entscheidung zwischen Fliegen oder Nicht-Fliegen. Indem wir die Klimawirkung deiner Anreise transparent machen, möchten wir dich dazu inspirieren, nicht weniger, sondern bewusster zu reisen.
 

Beim Fliegen entstehen neben CO2 auch andere klimaschädliche Stoffe wie Stickoxide und Wasserdampf. Um diese in die Berechnung einzubeziehen, werden sie in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet. Ein CO2e entspricht der Wirkung, die ein Kilogramm CO2 auf das Klima hat.

Auswirkungen auf Klima

Viele von uns träumen von Fernreisen. Tansania, Indonesien, Kolumbien. Die Welt ist groß und voller Ziele, die wir entdecken möchten. Gleichzeitig hat die Anreise zu weit entfernten Destinationen eine spürbare Auswirkung auf das Klima, denn sie ist meist nur per Flug möglich. Ein Hin- und Rückflug nach Indonesien verursacht durchschnittlich 7031 kg CO2e pro Person. Um diese Menge auszugleichen, müsstest du etwa achteinhalb Jahre vegan leben. Wenn du jedes Jahr eine solche Reise machst, lässt sich dieser Ausstoß kaum ausgleichen. 

Es geht nicht darum, auf Reisen zu verzichten. Vielmehr möchten wir dich dazu anregen, bewusster zu wählen. Vielleicht entscheidest du dich nach einer Fernreise beim nächsten Mal für ein Ziel näher an deinem Zuhause. Der Unterschied ist deutlich spürbar, zum Beispiel zwischen einer Reise nach Thailand und einer Rundreise durch Schottland. Die folgende Grafik zeigt dir, wie groß dieser Unterschied ist.

Die Auswirkungen deiner Anreise auf das Klima

Stickstoff und Lärmbelastung durch Flugzeuge

Der CO2-Ausstoß ist der offensichtlichste Grund, seltener und nicht so weit zu fliegen. Es gibt aber noch weitere Gründe, sich öfter für alternative Verkehrsmittel zu entscheiden. Durch die große Zahl an Flugzeugen, die täglich in Schiphol starten und landen, werden erhebliche Mengen an Stickstoff und Ultrafeinstaub freigesetzt. Diese feinen Partikel gelangen in die Umgebung des Flughafens. Viele Untersuchungen zu den gesundheitlichen Folgen der Luft- und Umweltverschmutzung rund um Schiphol laufen noch. Klar ist aber bereits, dass dies negative Auswirkungen auf Natur und Biodiversität hat. Hinzu kommt die Lärmbelastung durch den Flugverkehr. Mehr als jede zehnte Person in den Niederlanden fühlt sich durch den Flugverkehr stark beeinträchtigt. Eine hohe Lärmbelastung kann zu Schlafstörungen, Stress, psychischen Beschwerden sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Weniger zu fliegen macht einen Unterschied

Manchmal wirkt es so, als gehöre Fliegen einfach dazu. Doch das stimmt nicht. Untersuchungen zeigen, dass achtzig Prozent der Weltbevölkerung noch nie in einem Flugzeug gesessen haben. All diese belastenden Flüge werden also von einer vergleichsweise kleinen Gruppe unternommen. Meist sind das Menschen aus wohlhabenden Ländern wie den Niederlanden. Paradoxerweise sind es gerade die Menschen in ärmeren Ländern, die nicht fliegen und dennoch als Erste die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen. Die gute Nachricht: Gerade weil du als Vielflieger Teil einer relativ kleinen Gruppe bist, ist die Wirkung deiner Entscheidung, seltener zu fliegen, größer, als du vielleicht denkst.

Die positive Wirkung des Reisens

Gar nicht mehr zu fliegen klingt zunächst nach der besten Lösung. So einfach ist es aber nicht. Rund ein Zehntel der Weltbevölkerung ist für das eigene Einkommen vom Tourismus abhängig. Ohne Reisende fehlt vielen Menschen die Grundlage für Nahrung, medizinische Versorgung und Bildung. Gerade in vielen weiter entfernten Reisezielen kann Tourismus viel Positives bewirken, wenn er verantwortungsvoll gestaltet wird. Er schafft nicht nur Arbeitsplätze. Weil Reisende für den Besuch von Naturgebieten und das Beobachten von Wildtieren zahlen, können diese geschützt und erhalten werden. Tourismus kann außerdem dazu beitragen, besondere Kulturen zu bewahren und Welterbe zu erhalten. Nicht ohne Grund nennen die Vereinten Nationen den Tourismus als Instrument, um sieben der siebzehn Nachhaltigkeitsziele mit zu verwirklichen.

Nicht weniger, sondern anders reisen

Bei der Wahl deines nächsten Reiseziels lohnt es sich, genau zu überlegen, wonach du suchst. Träumst du von einer Safari, bei der du wilden Löwen begegnest und dich auf die Suche nach dem seltenen Breitmaulnashorn machst? Dann ist Tansania eine passende Wahl. Möchtest du vor allem an einem tropischen Strand entspannen, ist Kroatien vielleicht die bessere Option als Thailand. Beide Länder bieten wunderschöne Strände, angenehme Temperaturen und gute Bedingungen für eine entspannte Auszeit. Der große Unterschied? Rund 5,5 Tonnen schädliche Treibhausgase. Auch für eindrucksvolle Wanderungen in ursprünglicher Natur musst du nicht ans andere Ende der Welt reisen. Rumänien, Bulgarien und Schweden haben beeindruckende Naturparks, in denen du stundenlang unterwegs sein kannst. Dafür musst du nicht den Atlantik überqueren.

Unterschied zwischen Flugzeug, Auto und Zug

Wenn du innerhalb Europas reist, hast du oft auch bei der Anreise mehrere Möglichkeiten. Entscheidest du dich für das Flugzeug, das Auto oder den Zug? Der Zug ist die nachhaltigste Wahl. Manchmal dauert die Reise aber sehr lange oder die Verbindung ist kompliziert, sodass Auto oder Flugzeug naheliegender wirken. Der Unterschied bei den Treibhausgasemissionen zwischen Auto und Flugzeug ist kleiner, als viele vermuten. Wenn du allein im Auto reist, kann es sein, dass dieselbe Strecke in einem voll besetzten Flugzeug weniger CO2 verursacht. Sitzt noch jemand mit im Auto, fällt die Bilanz des Autos meist besser aus. Gleichzeitig spielen auch Komfort und Reisedauer eine Rolle bei der Wahl des Verkehrsmittels. Damit du dir ein genaueres Bild machen kannst, vergleichen wir den CO2-Ausstoß von Zug, Auto und Flugzeug für verschiedene Reiseziele in Europa.

Du möchtest trotzdem eine Fernreise machen?

Interessierst du dich für die jahrhundertealte Mayakultur? Oder möchtest du den Mount Everest einmal mit eigenen Augen sehen? Dann führt der Weg oft über Europa hinaus. Das ist nicht grundsätzlich falsch. Wichtig ist, dass deine Rundreise die belastende Anreise auch wirklich wert ist. Das gelingt, indem du möglichst lange unterwegs bist und mit positiver Wirkung reist. So profitieren lokale Menschen, die Wirtschaft vor Ort und die Natur möglichst stark von deiner Reise. Im darauffolgenden Jahr kannst du dann wieder ein Ziel mit geringerer Auswirkung auf das Klima wählen.

In der folgenden Tabelle siehst du genau, wie viel CO2e der Hin- und Rückflug pro Person im Durchschnitt für alle Reiseziele in unserem Angebot verursacht.

Die Auswirkungen deiner Anreise auf das Klima

Reiseziel Gesamt CO2e in kg CO2 in kg Andere Treibhausgase in kg
Schweiz 302 139 163
Wales 371 176 195
Schottland 375 166 208
Tschechien 385 168 217
Kroatien 501 198 303
Österreich 531 215 316
Slowenien 538 217 321
Schweden 598 235 363
Baltische Staaten (Lettland) 649 249 400
Spanien (Madrid) 669 254 415
Sardinien 722 273 448
Montenegro 734 277 457
Albanien 797 297 499
Nordmazedonien 809 301 508
Finnland 830 314 533
Bulgarien 847 304 526
Portugal 862 323 539
Sizilien 865 319 546
Rumänien 907 336 571
Norwegen (Tromsø) 959 350 609
Griechenland (Athen) 1033 375 659
Marokko 1054 381 673
Azoren 1274 454 820
Jordanien 1456 512 944
Georgien 1794 633 1161
Usbekistan 2556 911 1645
Tansania 3219 1109 2110
Indien 3242 1112 2130
Uganda 3266 1145 2121
Indien (Ladakh) 3492 1226 2266
Nepal 3534 1237 2297
Kanada 3759 1284 2475
Suriname 3823 1305 2518
Bhutan 3850 1349 2501
Indien (Sikkim und Darjeeling) 3918 1365 2553
Kuba 4042 1379 2663
Malawi 4137 1410 2726
Jamaika 4153 1416 2737
Südafrika 4241 1441 2800
Panama 4346 1478 2868
Sri Lanka 4474 1523 2951
Namibia 4492 1529 2963
Kolumbien 4642 1579 3063
Madagaskar 4796 1675 3121
Costa Rica 4922 1673 3249
Guatemala 5048 1747 3301
Ecuador 5256 1785 3471
Mexiko 5483 1865 3618
Malaysisches Borneo 5796 2028 3768
Peru 5946 2016 3930
Thailand 6200 2108 4092
Laos 6320 2228 4092
Kambodscha 6471 2239 4232
Vietnam 6707 2312 4395
Argentinien 6760 2288 4472
Indonesien 7031 2379 4652
Chile 7249 2452 4797
Australien 11147 3757 7390
Neuseeland 12846 4326 8520

Quelle: Atmosfair

Beitrag zu Innovation

Da Fliegen oft zu günstig ist, investieren wir für jede reisende Person einen Beitrag in Projekte für erneuerbare Energie oder Biodiversität. Die Höhe dieses Beitrags berechnen wir anhand verschiedener Zonen. Je weiter das Reiseziel entfernt ist, desto höher fällt der Beitrag aus. Die Beträge pro Zone erhöhen wir jedes Jahr. Auf der folgenden Karte siehst du, wie die Zonen aufgeteilt sind. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Den Gesamtbetrag investieren wir in Projekte für erneuerbare Energie und leisten so einen Beitrag zur Energiewende.



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