Chiles Natur ist vielfältig und vielerorts noch erstaunlich ursprünglich. Mehr als 40 Nationalparks schützen einige der eindrucksvollsten Landschaften des Landes. Du kannst an tiefblauen Vulkanseen wandern, mächtige Wasserfälle erleben, Gletscher aus nächster Nähe sehen und durch dichte Wälder streifen. Oft bist du dabei weit weg vom Trubel und hast viel Zeit, die Landschaft in Ruhe zu erleben. Wir stellen dir sieben der schönsten Nationalparks in Chile vor.

1. Nationalpark Torres del Paine

Torres del Paine in Patagonien ist der bekannteste Nationalpark Chiles. Sein Wahrzeichen sind drei mächtige Granitnadeln, die steil aus der Landschaft ragen. Auch ohne Bergerfahrung kannst du den Park auf Wanderwegen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden entdecken. Dabei siehst du Gletscher, tiefblaue Bergseen und Fjorde. Karge Berge wechseln sich mit Feuchtgebieten und weiten Ebenen ab. Mit etwas Glück begegnest du Guanakos, Nandus, Kondoren oder Flamingos. Auch Pumas leben im Park. Für gezielte Tierbeobachtungen kannst du mit einem erfahrenen Guide auf Safari gehen. Übernachten kannst du auf Campingplätzen oder in Lodges.

2. Nationalpark Rapa Nui

Der Nationalpark Rapa Nui liegt auf der Osterinsel und ist vor allem für seine Moai bekannt. Mehr als 1.000 dieser monumentalen Steinfiguren sind über die Insel verteilt. Du kannst zu den Kratern der erloschenen Vulkane Rano Kau und Rano Raraku wandern, Höhlen erkunden und an weißen Sandstränden entspannen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad lässt sich die vulkanische Landschaft besonders gut entdecken. Auch unter Wasser gibt es beim Schnorcheln und Tauchen einiges zu sehen. Am Abend lohnt sich der Blick nach oben, denn fernab großer Städte zeigt sich der Sternenhimmel besonders klar.

3. Huilo Huilo

Huilo Huilo im nördlichen Patagonien ist geprägt von dichtem Wald und mächtigen Wasserfällen. Einige Wassermassen stürzen hier aus mehr als 50 Metern Höhe hinab. Im Gebiet leben unter anderem viele Vogelarten sowie Chilenische Waldkatzen, Südandenhirsche und Darwinfrösche. Du kannst die Landschaft beim Wandern und Mountainbiken erkunden oder dich beim Rafting aufs Wasser wagen. Auch Touren durch die Vulkanlandschaft gehören zu den Möglichkeiten. Regen gehört in dieser Region dazu und die Temperaturen sind häufig frisch.  Huilo Huilo ist außerdem als Ökotourismusprojekt entstanden. Neben dem Schutz der Natur spielt auch die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung eine wichtige Rolle.

4. Nationalpark Conguillío

Im Nationalpark Conguillío im Süden Chiles wanderst du durch Vulkanlandschaften, vorbei an Seen und alten Araukarien. Besonders bekannt ist die rund 2.000 Jahre alte und etwa 50 Meter hohe Araucaria Madre. Schwarze Lavafelder, klare Lagunen und der aktive Vulkan Llaima prägen den Park. Im Herbst färben sich Teile der Wälder golden, im Winter liegt Schnee auf der Vulkanlandschaft. Wenn du länger bleibst, kannst du den Park auch vom Wasser aus erleben und mit dem Kanu über einen der Seen paddeln.

5. Nationalpark Lauca

Der Nationalpark Lauca liegt im Norden Chiles an der Grenze zu Bolivien und größtenteils auf über 3.000 Metern Höhe. Vulkane, Hochlandseen, Salzflächen und Thermalquellen prägen die Landschaft. Plane genug Zeit ein, damit sich dein Körper an die Höhe gewöhnen kann. Eine Fahrt durch den Park führt zum Lago Chungará und zum Salar de Surire. Unterwegs kannst du Flamingos und Lamas beobachten und Orte wie Parinacota oder Chucuyo besuchen. Über der Landschaft erheben sich die schneebedeckten Vulkane Pomerape und Parinacota. Am Salar de Surire findest du außerdem heiße Thermalquellen.

6. Nationalpark Chiloé

Auf Chiloé treffen dichter Wald, Küstenlandschaften und eine besondere Inselkultur aufeinander. In kleinen Orten siehst du traditionelle Holzkirchen und die bunten Pfahlhäuser, die Palafitos. Typisch für die Insel ist auch Curanto, ein Gericht mit Meeresfrüchten und weiteren Zutaten, das mit heißen Steinen in einer Erdgrube gegart wird. Cucao ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen durch den Nationalpark Chiloé. Du läufst durch immergrüne Wälder und kannst die Landschaft auch beim Kanufahren entdecken. Besonders am Morgen liegt häufig Nebel zwischen den Bäumen. Chiloé ist ruhiger als viele bekannte Ziele in Patagonien. So bleibt mehr Zeit für Wanderungen und Begegnungen mit den Menschen auf der Insel.

7. Nationalpark Radal Siete Tazas

Der Nationalpark Radal Siete Tazas in Zentralchile ist nach seinen sieben natürlichen Wasserbecken benannt. Kleine Wasserfälle verbinden die einzelnen Becken miteinander und das Wasser leuchtet je nach Licht türkis bis tiefblau. Auf Wanderwegen erreichst du verschiedene Aussichtspunkte auf die Siete Tazas. Einer der Wege führt auch zum Salto de la Leona, einem großen Wasserfall mitten in der grünen Landschaft. Vogelfreunde sollten die Augen offen halten. In den Wäldern leben unter anderem Spechte und Papageien. Je nach Bedingungen und den vor Ort geltenden Regeln kannst du an ausgewiesenen Stellen auch ins Wasser gehen.

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