Trinkgeld auf Reisen: Wieviel sollte man geben?

  4 Minuten

Betty

„Was Reisen für mich so besonders macht? Nicht nur die schönen Orte dieser Welt, sondern vor allem die Menschen, die dort leben und die spannendsten & bewegendsten Geschichten auf Lager haben."

Betty, FairAway Redaktion

Betty Wilde arbeitet als Content Manager bei Fairaway
Geldscheine liegen auf einer Weltkarte
Wieviel Trinkgeld solltest du auf Reisen geben?

Trinkgeld Knigge international: Gar nicht so einfach

Eigentlich scheint es ja ganz einfach: Du gibst Trinkgeld, um eine besondere Leistung zu belohnen und Anerkennung zu zeigen. Gerade auf Reisen stellt sich jedoch schnell die Frage, welches Trinkgeld angemessen ist. Denn auch wenn Trinkgeld gut gemeint ist, unterscheiden sich die Gepflogenheiten teilweise stark von Land zu Land. Was zu Hause in Ordnung ist, kann anderswo ungewöhnlich oder sogar unhöflich wirken. Das Thema ist komplex und dieser Artikel kann deshalb keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Er soll dir aber dabei helfen, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was angemessen ist und was nicht.

Wieviel Trinkgeld solltest du auf deiner Reise geben?
Gar nicht so einfach, die Frage nach dem Trinkgeld

Trinkgeld auf Reisen in Süd- und Mittelamerika

In Lateinamerika sind die Leute, anders als in Europa, auf das Trinkgeld angewiesen. Hier als Europäer geizig zu sein, macht definitiv einen schlechten Eindruck. Mit 10 Prozent des Rechnungsbeitrages im Restaurant liegst du in den meisten südamerikanischen Ländern richtig, natürlich kann es auch etwas mehr sein, wenn du wirklich zufrieden mit dem Service bist und dem Dienstleister besondere Anerkennung zeigen möchtest.

Beispiel Trinkgeld Mexiko:

  • Restaurant 10-15 Prozent der Rechnung
  • Hotel 10-20 Pesos (45-90 Cent)
  • Taschen einpacken im Supermarkt: 3-10 Pesos
  • Taxi: Betrag aufrunden, bei längeren Strecken ein paar Pesos obendrauf
  • Autoscheiben putzen an Kreuzungen: 5 Pesos, wenn man den Service annimmt
  • Darbietungen an Kreuzungen: 3-5 Pesos
  • Touren: 50-100 Pesos (2-5 Euro)

 

Tortillas selber machen in Mexiko
Fair unterwegs in Mexiko

Trinkgeld auf Reisen in Asien

Eine Besonderheit beim Trinkgeld ist Asien. Hier gibt es tatsächlich noch einige Länder, in denen Trinkgeld als Beleidigung aufgefasst wird. Vor allem in Japan und China hat Trinkgeld keine Tradition und hier sollte man wirklich aufpassen, nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Generell gilt, je weiter weg man sich von den Touristenzentren bewegt, desto mehr muss man mit der vermeintlich gut gemeinten Zuwendung aufpassen. Gerade in Japan und China bietet sich oft ein kleines Geschenk besser an als eine monetäre Aufmerksamkeit. Nur in den Touristen Hotspots und in westlichen Hotelketten nimmt das Personal Trinkgeld mittlerweile gerne an. Auch Länder wie Thailand oder Indonesien hat sich bereits eine gewisse Trinkgeldkultur etabliert. Die Länder sind sehr westlich orientiert und das zeigt sich unter anderem auch bei den Erwartungen an die Touristen. Ungefähr 10 Prozent des Rechnungsbetrages werden in Restaurants bei gutem Service mindestens erwartet und man sollte auch dort als Europäer definitiv nicht zu geizig auftreten.

Beispiel Trinkgeld Bali:

  • Restaurants: 5-10 Prozent
  • Fahrer und Guides: ca. 50.000 IDR pro Tag (ca. 3 Euro)
  • Hotel: ca. 25.000 IDR
  • Gepäckträger: ca. 10.000 IDR (ca. 65 Cent)
  • Museum oder Orte: Manchmal kein Eintritt, dafür Spende und Eintrag ins Gästebuch

 

Unverbindliche Angebote von lokalen Reiseexperten

 

Rangerauto fährt durch Serengeti Nationalpark
Wieviel Trinkgeld gibt man einen Tourguide auf einer Safari?

Trinkgeld in Afrika

Afrika ist ein riesiger Kontinent und unterschiedlich gut touristisch erschlossen. In den Touristenzentren arbeitet ein Großteil der lokalen Bevölkerung in Servicedienstleistungen, die oft sehr schlecht bezahlt sind. In manchen Berufen gibt es sogar überhaupt kein fixes Grundgehalt, so dass diese Leute wirklich auf ein Trinkgeld angewiesen sind. Mindestens 10 Prozent sollen es in Restaurants, aber auch in Taxis sein. Bei exzellentem Service oder einem besonderen Verdienst gerne auch etwas mehr. Falls Sie in einer Gruppe unterwegs sind, vergewissern Sie sich aber bitte vorher, dass in der Rechnung nicht schon eine „Service Charge“ inkludiert ist!

Beispiel Trinkgeld in Südafrika:

  • Restaurant: 10 Prozent, es sei denn, man war wirklich unzufrieden – dann sollte man das dem Kellner mitteilen
  • Tour: ca. 10 Rand (ca. 60 Cent)
  • Hotel: ca. 10 Rand
  • Safari: ca. 50 Rand, beim Erspähen seltener Tiere: 100 Rand (ca. 6 Euro)
  • Taxi: 10 Prozent

Jetzt unsere Reisen nach Südafrika entdecken

 

Ein lachender schwarzer Mann in einem Café
Trinkgeld gut, alles gut

 Warum eine Reise in der Nebensaison eine gute Idee ist?

Wir verraten es dir!

Trinkgeld gut, alles gut

Du siehst also, die Tringeldgewohnheiten unterscheiden sich teilweise sehr stark. Was in einem Land als angemessen gilt, kann in einem anderen geradezu beleidigend sein oder aber auch umgekehrt. Trotzdem ist ein Trinkgeld allen Gewohnheiten und Erwartungen zum Trotz immer noch eine freiwillige Leistung. Wenn du mit dem Service gar nicht zufrieden gewesen bist oder die Qualität überhaupt nicht gepasst hat, musst du dich natürlich nicht verpflichtet fühlen, Trinkgeld zu geben. Das ist aber üblicherweise die Ausnahmesituation! Wenn du dich sonst an die lokalen Gepflogenheiten hältst und dich vor dem Besuch ein wenig einliest, sollten es zu keinen Problemen oder vermeidbaren Missverständnissen kommen.

 

Unverbindliche Angebote von lokalen Reiseexperten

 

Lust auf neue Reiseinspirationen?

Melde dich jetzt an und erhalte regelmäßig Ideen für authentische und faire Reisen direkt in dein Postfach.

Worüber möchtest du mehr wissen?