Unser Wirtschaftssystem produziert enorme Mengen an Abfall und verbraucht wertvolle Ressourcen. Insbesondere die Tourismusbranche geht oft sehr verschwenderisch mit Ressourcen um. Deshalb gewinnt das Konzept der Circular Economy immer mehr an Bedeutung. In diesem Artikel schauen wir uns an, was genau mit Kreislaufwirtschaft gemeint ist und welche Rolle sie im Tourismus spielen kann.

Caroline Zimmermann - FairAway Content Creator
Autor: Caro
FairAway Content Creator

Das Problem mit unserem Wirtschaftssystem 

Unsere Wirtschaft funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Rohstoffe werden gewonnen, Produkte hergestellt, genutzt und anschließend entsorgt. Dieses lineare System verbraucht große Mengen an Energie und Ressourcen und erzeugt gleichzeitig immer mehr Abfall. Auch im Tourismus zeigt sich dieses Muster. Lebensmittel werden verschwendet, Einwegprodukte genutzt und wertvolle Ressourcen verbraucht, ohne dass sie erneut in den Kreislauf zurückgeführt werden. Je mehr Menschen reisen, desto sichtbarer werden die Folgen. Deshalb stellt sich die Frage, wie Tourismus gestaltet werden kann, sodass Ressourcen länger genutzt und nicht verschwendet werden. Ein möglicher Ansatz ist Circular Economy. 

Was ist Circular Economy?

Circular Economy bedeutet übersetzt Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, Ressourcen möglichst lange im Umlauf zu halten, anstatt sie nach einmaliger Nutzung zu entsorgen. Produkte werden repariert, wiederverwendet, weitergegeben oder recycelt. Dadurch werden weniger neue Rohstoffe benötigt und es entsteht weniger Abfall. Das Prinzip lässt sich auf viele Bereiche unseres Alltags anwenden, von Kleidung über Möbel bis hin zu Lebensmitteln. Statt nach dem Motto „nehmen, nutzen, wegwerfen“ zu handeln, geht es darum, Materialien und Ressourcen möglichst lange im Kreislauf zu halten.

Circular Economy im Tourismus

Auch auf Reisen lassen sich Ressourcen länger nutzen und Kreisläufe schaffen. Das kann ganz unterschiedlich aussehen:

• Hotels arbeiten mit lokalen Bauern und Produzenten zusammen.
• Lebensmittelreste werden vermieden oder kompostiert.
• Möbel werden repariert oder recycelt.
• Regenwasser wird gesammelt und erneut genutzt.
• Energie wird über Solaranlagen oder andere erneuerbare Quellen erzeugt.
• Mietfahrräder, Kajaks oder andere Ausrüstung werden repariert und instand gehalten, statt frühzeitig ersetzt zu werden.
• Hotelseife wird nachgefüllt und nicht in Einwegverpackungen bereitgestellt.

Es bleibt noch viel zu tun

Circular Economy funktioniert in der Theorie sehr gut. Wie so oft lässt sie sich jedoch schwer zu 100 % umsetzen und ist noch weit davon entfernt, alle Herausforderungen des Tourismus zu lösen. Viele Hotels und Reiseanbieter stehen noch am Anfang. Oft fehlen die finanziellen Mittel, die notwendige Infrastruktur oder die politischen Rahmenbedingungen, um Kreisläufe konsequent umzusetzen. Zudem ist es für Reisende schwer zu erkennen, wie konsequent Unternehmen tatsächlich nach den Prinzipien der Circular Economy arbeiten. Hier spielt auch Greenwashing eine Rolle. Manche Unternehmen stellen sich (ganz bewusst, aber teilweise auch ungewollt) nachhaltiger dar, als sie tatsächlich sind. Deshalb ist es wichtig, einen kritischen Blick zu bewahren.

Fazit: Reisen als Teil eines Kreislaufs

Circular Economy wird die Herausforderungen des Tourismus nicht allein lösen. Dennoch zeigt das Konzept, dass Reisen nicht zwangsläufig auf Verschwendung und ständigem Ressourcenverbrauch basieren muss. Hotels, Reiseanbieter, lokale Produzenten und Reisende können gemeinsam dazu beitragen, bestehende Ressourcen länger zu nutzen und Abfälle zu vermeiden. Der Wandel wird Zeit brauchen. Doch je mehr Unternehmen und Reisende bereit sind, Kreisläufe mitzudenken, desto näher kommen wir einem Tourismus, der langfristig von Mensch und Natur getragen werden kann.

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