Bei FairAway zeigen wir dir im Fair Reisen Kompass, den tatsächlichen Preis deiner Flugreise von und zu deinem Urlaubsland. Aber was heißt das eigentlich? Warum entspricht er nicht einfach dem Ticketpreis, den du kennst? Und welche Kosten werden sonst nicht mit eingerechnet? Nimm dir einen Moment Zeit, wir erklären es dir.
Was ist der echte Preis des Fliegens?
Wenn du in den Urlaub reist, kannst du zwischen Bus, Bahn, Auto, Schiff oder Flugzeug wählen. All diese Verkehrsmittel hinterlassen Spuren. Sie verursachen zum Beispiel Luftverschmutzung, Lärm und Treibhausgase, manche mehr, andere weniger. In dem Preis, den du heute für ein Zugticket oder Flugticket zahlst, sind diese Auswirkungen nicht enthalten. Dabei entstehen sehr wohl Kosten. Zum Beispiel Gesundheitskosten für Menschen, die durch Luftverschmutzung Atemwegserkrankungen entwickeln. Oder Kosten für die Wiederherstellung von Natur, die durch Emissionen verloren geht. Wenn du diese Auswirkungen zu dem Preis hinzurechnest, den du heute zahlst, ergibt sich der echte Preis.
Welche versteckten Kosten gibt es?
Gemeinsam mit dem Impact Institute haben wir für Zug, Auto und Flugzeug den echten Preis einer Reise berechnet. Dafür haben wir zunächst festgelegt, welche versteckten Kosten berücksichtigt werden sollen. Dazu zählen zum Beispiel schlechte Arbeitsbedingungen, Wasserverschmutzung, Unterbezahlung oder die Ausbeutung knapper Ressourcen. Aus dieser langen Liste haben wir uns vorerst auf die zwei wichtigsten Faktoren konzentriert: den Beitrag zum Klimawandel und die Luftverschmutzung. Das bedeutet auch, dass es weitere versteckte Kosten gibt, die wir aktuell noch nicht berechnen können, etwa gesundheitliche Auswirkungen durch Lärm oder den Verlust von Biodiversität. Wichtig zu wissen: Der echte Preis, den du hier siehst, ist nur ein Anfang.
Der tatsächliche Preis deines Fluges
Wer zahlt den echten Preis?
Die tatsächlichen Kosten sind heute nicht im Preis eines Flugtickets in dein Urlaubsland enthalten. Aber wer kommt dann dafür auf? Die Antwort ist einfach: Wir alle. Zum Beispiel über Steuern und Gesundheitskosten. Ein Teil dieses Geldes wird genutzt, um Schäden durch Flugreisen auszugleichen oder zu begrenzen. Dazu zählen etwa Maßnahmen zum Küstenschutz, um steigende Meeresspiegel abzufangen. Das bedeutet auch: Menschen, die selten oder nie fliegen, zahlen indirekt für günstige Flugtickets mit.
Wird Fliegen durch True Pricing teurer?
Beim True Pricing geht es nicht darum, alles teurer zu machen. Ziel ist es, Produkte und Dienstleistungen so zu gestalten, dass sie weniger Schaden für Mensch, Tier und Natur verursachen. Dafür muss zunächst klar sein, welche versteckten Kosten überhaupt entstehen. Je geringer die negativen Auswirkungen bei Herstellung und Nutzung sind, desto niedriger ist der echte Preis. Deshalb liegt der echte Preis für ein Zugticket deutlich unter dem eines Flugtickets zur gleichen Destination. Der Grund: Die Bahn verursacht weniger Umweltbelastung und Luftverschmutzung, wodurch auch weniger ausgeglichen oder verhindert werden muss.
Bessere Entscheidungen treffen
Vielleicht fragst du dich, warum wir den echten Preis des Fliegens überhaupt berechnen. Wir verkaufen selbst keine Flugtickets. Für uns ist es wichtig, sichtbar zu machen, welche Auswirkungen eine Reise auf Umwelt und Gesellschaft hat. So kannst du bewusster entscheiden. Zum Beispiel, ob du mit der Bahn statt mit dem Flugzeug nach Spanien reist, weil der echte Preis für die Bahn deutlich niedriger ist. Wenn du dich dennoch für einen Flug entscheidest, zeigt der echte Preis auch, dass die Distanz eine Rolle spielt. Ein Flug nach Bali verursacht höhere Kosten als ein Flug nach Zagreb, auch wenn beide Reiseziele reizvoll sind.
Ist Fliegen bald nur noch für wenige möglich?
Unsere Analyse zeigt: Die Bahn ist die beste Wahl für Klima und Gesundheit. Danach folgt das Auto, vor allem wenn du mit mindestens zwei Personen reist. Beim Fliegen wird der Unterschied besonders deutlich. Der echte Preis eines Flugtickets kann deutlich über dem heutigen Preis liegen. Das wirft die Frage auf, ob Fliegen damit nur noch für wenige erschwinglich wäre. Tatsächlich war Fliegen lange Zeit ohnehin kein Massenphänomen. Ein großer Teil der Weltbevölkerung ist noch nie geflogen. Gleichzeitig tragen gerade häufige Flüge stark zu den negativen Auswirkungen bei, während die Folgen vor allem ärmere Regionen treffen. Umso wichtiger ist es, dass diese Kosten fair berücksichtigt werden oder Flüge bewusster gewählt werden.
Auf dem Weg zu einer lebenswerten Zukunft
Langfristig wäre es sinnvoll, den echten Preis des Fliegens zu berücksichtigen. Die zusätzlichen Mittel könnten genutzt werden, um Schäden auszugleichen oder zu vermeiden, etwa durch Investitionen in den Schutz und die Wiederherstellung von Natur. Bis nachhaltige Flugtechnologien in größerem Maßstab verfügbar sind, wird es jedoch noch dauern. Bis dahin bleibt es wichtig, Flugreisen zu reduzieren. Der echte Preis kann dabei helfen, Alternativen wie die Bahn bewusster zu wählen. Aktuell dienen die Berechnungen vor allem dazu, ein Bewusstsein zu schaffen, bei Reisenden ebenso wie in der Tourismusbranche und der Politik. Sie sind ein erster Schritt hin zu einem faireren System mit dem Ziel einer lebenswerten Zukunft für alle.
Mehr über die Studie erfahren
Möchtest du mehr über die Untersuchung des Impact Institute erfahren, findest du weitere Informationen in diesem Dokument.
Häufig gestellte Fragen
Wie steht es um die CO₂-Bepreisung?
Was ist der Unterschied zwischen CO₂-Kompensation und True Pricing?
Bei der CO₂-Kompensation wird an anderer Stelle CO₂ eingespart, um die eigenen Emissionen auszugleichen. Das funktioniert so: Du zahlst an ein Unternehmen, das beispielsweise Bäume pflanzt. Diese sollen in Zukunft CO₂ aufnehmen und die Luft reinigen. Theoretisch wird so genau die Menge ausgeglichen, die durch deinen Flug entstanden ist. In der Praxis bleibt jedoch bestehen, dass dein Flug stattgefunden hat und zusätzliches CO₂ in die Atmosphäre gelangt ist.
Beim True Pricing wird ein deutlich breiterer Blick eingenommen. Hier werden neben den CO₂-Emissionen auch weitere versteckte Kosten berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem Kinderarbeit, Arbeitsbedingungen, Luftverschmutzung, Verlust von Biodiversität und Lärmbelastung. Diese Faktoren fließen in die Berechnung des echten Preises mit ein. Aktuell trägt die Luftfahrt diese zusätzlichen Kosten nicht selbst.
Ein weiterer Unterschied: CO₂-Kompensation verpflichtet die Industrie nicht dazu, ihr Verhalten zu verändern, da die entstandenen Schäden an anderer Stelle ausgeglichen werden. Beim True Pricing entsteht hingegen ein direkter Anreiz zur Veränderung. Denn der Preis eines Flugtickets hängt davon ab, wie viel Schaden tatsächlich verursacht wird. Dadurch wird Innovation und nachhaltigeres Handeln notwendig.
Ist CO₂-Kompensation genauso wirksam?
Leider hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass ein großer Teil der Kompensationsprojekte nicht hält, was er verspricht. Schätzungen zufolge erfüllen über 85 % dieser Projekte ihre Wirkung nicht wie vorgesehen. Ein noch größeres Problem ist jedoch, dass CO₂-Kompensation nicht dazu geführt hat, dass insgesamt weniger Emissionen entstehen. Im Gegenteil.
Kompensation vermittelt oft das Gefühl, eine gute Entscheidung zu treffen und weiterhin bedenkenlos fliegen zu können. Genau das ist jedoch nicht der Fall. Aus diesem Grund hat Better Places im Jahr 2022 beschlossen, die CO₂-Emissionen aller Reisen nicht länger zu kompensieren.
Welche Unternehmen zeigen bereits den echten Preis?
Better Places ist der erste Reiseveranstalter, der gemeinsam mit dem Impact Institute den echten Preis von Flugreisen berechnet. Gleichzeitig sind wir nicht das erste Unternehmen, das mit True Pricing arbeitet. Bereits 2013 gehörte die bekannte Schokoladenmarke Tony’s Chocolonely zu den Vorreitern und ließ den echten Preis einer Tafel Schokolade berechnen.
Dabei wurde deutlich, dass pro Kilogramm Schokolade versteckte Kosten in Höhe von 7,93 € entstehen. Diese resultierten unter anderem aus der verwendeten Milch, dem Transport und den CO₂-Emissionen während der Produktion. In den darauffolgenden Jahren hat Tony’s gezielt daran gearbeitet, diese Auswirkungen zu reduzieren. Vier Jahre später lag der echte Preis bei 4,52 € pro Kilogramm.
Weitere Unternehmen, die mit True Pricing arbeiten, sind unter anderem der Supermarkt De Aanzet in Amsterdam sowie Moyee Coffee.
Der echte Preis deines Fluges
| Reiseziel | Ticketpreis (fiktiv) | Versteckte Kosten des Klimawandels | Versteckte Kosten der Luftverschmutzung | Echter Preis |
|---|---|---|---|---|
| Albanien | €300 | €104 | €34 | €438 |
| Argentinien | €1000 | €511 | €216 | €1727 |
| Azoren* | €300 | €176 | €57 | €533 |
| Baltikum | €300 | €84 | €27 | €411 |
| Bhutan* | €1000 | €336 | €142 | €1478 |
| Bulgarien | €300 | €109 | €35 | €444 |
| Kambodscha | €1000 | €432 | €182 | €1614 |
| Chile | €1000 | €536 | €226 | €1763 |
| Kolumbien* | €1000 | €395 | €167 | €1562 |
| Costa Rica | €1000 | €405 | €171 | €1576 |
| Kuba | €1000 | €350 | €148 | €1497 |
| Ecuador | €1000 | €427 | €180 | €1608 |
| Frankreich Montpellier* | €300 | €88 | €25 | €412 |
| Georgien | €300 | €145 | €61 | €506 |
| Griechenland | €300 | €135 | €44 | €478 |
| Guatemala* | €1000 | €406 | €172 | €1577 |
| Irland | €300 | €100 | €28 | €428 |
| Indien* | €1000 | €285 | €120 | €1405 |
| Indien Ladakh | €1000 | €314 | €133 | €1447 |
| Indonesien | €1000 | €507 | €214 | €1721 |
| Jamaika | €1000 | €353 | €149 | €1503 |
| Jordanien | €600 | €153 | €65 | €818 |
| Kroatien | €300 | €104 | €29 | €433 |
| Madagaskar | €1000 | 399 | €169 | €1568 |
| Malawi* | €1000 | €352 | €149 | €1501 |
| Malaysia* | €1000 | €488 | €206 | €1694 |
| Marokko | €600 | €156 | €50 | €428 |
| Namibia | €1000 | €376 | €159 | €1535 |
| Nepal | €1000 | €313 | €132 | €1445 |
| Nicaragua* | €1000 | €402 | €170 | €1573 |
| Nordmazedonien | €300 | €106 | €34 | €440 |
| Norwegen | €300 | €91 | €26 | €417 |
| Uganda | €1000 | €387 | €125 | €1513 |
| Panama* | €1000 | €393 | €166 | €1559 |
| Peru | €1000 | €469 | €198 | €1667 |
| Portugal | €300 | €99 | €32 | €432 |
| Rumänien | €300 | €111 | €36 | €447 |
| Sardinien | €300 | €83 | €27 | €410 |
| Schottland* | €300 | €65 | €18 | €383 |
| Sizilien | €300 | €114 | €37 | €451 |
| Slowenien | €300 | €92 | €26 | €418 |
| Spanien Madrid | €300 | €91 | €29 | €420 |
| Sri Lanka | €1000 | €375 | €158 | €1533 |
| Suriname | €1000 | €336 | €142 | €1478 |
| Tansania | €1000 | €328 | €139 | €1467 |
| Thailand | €1000 | €409 | €173 | €1582 |
| Tschechien* | €300 | €68 | €19 | €387 |
| Vietnam | €1000 | €397 | €168 | €1565 |
| Wales* | €300 | €55 | €15 | €371 |
| Südafrika | €1000 | €432 | €182 | €1614 |
| Schweden | €300 | €109 | €30 | €439 |
| Schweiz* | €300 | €55 | €15 | €370 |
| Australien* | €1500 | €734 | €310 | €2544 |
| Neuseeland* | €1500 | €824 | €348 | €2671 |
*Diese Reiseziele bieten wir bei Fairaway nicht an.
Quelle : Impact Institute
