Technologische Innovationen wie elektrische Flugzeuge und umweltfreundlichere Treibstoffe könnten Flugreisen in Zukunft nachhaltiger machen. Doch die Realität sieht anders aus: Diese Entwicklungen kommen nur langsam voran – frühestens 2050 könnten elektrische Flugreisen Realität werden. Für eine wirklich nachhaltige Reise ist Fliegen also nicht die beste Wahl. Aber wir wissen auch: Mit dem Zug nach Kuba? Leider unmöglich. Wenn du also fliegst, stellt sich die große Frage: Kann man nachhaltig fliegen? In diesem Blog erklären wir, ob und wie das möglich ist – und was du tun kannst, um die Klimawirkung deines Flugs zu reduzieren.

Ist nachhaltiges Fliegen möglich?

Die ehrliche Antwort lautet: Nein, nachhaltiges Fliegen gibt es nicht. Flugzeuge stoßen große Mengen an Treibhausgasen aus, verursachen Lärmbelästigung und tragen zur Luftverschmutzung rund um Flughäfen bei. Besonders bei Fernreisen macht der Flug bis zu 90 % der gesamten CO₂e-Emissionen der Reise aus, während es bei Flügen innerhalb Europas rund 75 % der Umweltbelastung sind. Wenn dein Reiseziel mit dem Zug erreichbar ist, ist das fast immer die nachhaltigste Wahl. Doch was, wenn das nicht möglich ist? Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Welche Airline du wählst, welches Flugzeugmodell eingesetzt wird, welche Route du fliegst und welcher Treibstoff genutzt wird, kann einen erheblichen Unterschied machen. Auch wenn Fliegen nie völlig nachhaltig sein wird, gibt es Möglichkeiten, die Klimawirkung deiner Reise zu reduzieren.

Was bedeutet das „e“ in CO₂e?

Das „e“ in CO₂e steht für „Äquivalente“ und bedeutet, dass neben CO₂ auch andere Treibhausgase in eine einheitliche Maßstabsgröße umgerechnet werden. So lassen sich unterschiedliche Gase wie Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) in ihr sogenanntes CO₂-Äquivalent umwandeln. Das ermöglicht es, ihre Klimawirkung vergleichbar zu machen und gemeinsam mit der CO₂-Bilanz zu betrachten. Auf diese Weise wird deutlicher, wie stark verschiedene Emissionen zur Erderwärmung beitragen.

Clever wählen ist clever fliegen

Je moderner das Flugzeug, desto effizienter die Triebwerke – neuere Maschinen verbrauchen weniger Treibstoff, um von A nach B zu gelangen. Doch nicht nur das Flugzeugmodell spielt eine Rolle, sondern auch die Wahl deines Sitzplatzes. Business Class verursacht dreimal mehr Emissionen als Economy Class. Warum? Die größeren, bequemeren Sitze nehmen mehr Platz ein, sodass weniger Passagiere befördert werden können. Auch die Auslastung eines Flugs beeinflusst den CO₂e-Ausstoß pro Person: Je voller das Flugzeug, desto geringer die Emissionen pro Sitzplatz. Und das Beste? Ein Economy-Ticket schont nicht nur die Umwelt, sondern auch deinen Geldbeutel. Doch wie kannst du all diese Faktoren berücksichtigen, wenn du eine Flugreise buchst? Keine Sorge – klügeres Fliegen ist einfacher, als du denkst.

 

Fliegen mit nachhaltigem Treibstoff

Immer häufiger hören wir von Sustainable Aviation Fuel (SAF) – nachhaltigem Flugkraftstoff. Der Unterschied zu herkömmlichem Kerosin liegt in der Rohstoffquelle: Während fossile Kerosin aus Erdöl gewonnen wird, basiert SAF auf erneuerbaren Rohstoffen wie pflanzlichen Ölen, tierischen Fetten oder landwirtschaftlichen Abfällen. Theoretisch könnte SAF die CO₂-Emissionen um bis zu 76 % senken. Das Problem? Es gibt viel zu wenig davon, und es ist extrem teuer. Airlines mischen SAF derzeit nur in minimalen Mengen bei – oft weniger als 1 %, sodass 99 % des Treibstoffs weiterhin aus fossiler Energie bestehen. Zudem sind die langfristigen Auswirkungen bestimmter Rohstoffe, wie tierischer Fette in der SAF-Produktion, noch nicht ausreichend erforscht. Nachhaltiges Fliegen bleibt also eine große Herausforderung.

Warum Fliegen mit SAF keine Lösung ist

Sustainable Aviation Fuel (SAF) gilt als die grüne Hoffnung der Reisebranche. Die Luftfahrtindustrie setzt stark auf die Produktion dieses alternativen Treibstoffs, und die EU plant, dass bis 2030 mindestens 6 % des Flugzeugtreibstoffs aus SAF bestehen sollen. Doch ist das wirklich die Lösung für klimafreundliches Fliegen? Hier erfährst du, warum SAF allein keine nachhaltige Antwort auf die Klimakrise ist.

Ist ein Direktflug nachhaltiger?

Beim Starten und Landen wird mehr Treibstoff verbraucht als während des Reiseflugs. Deshalb ist es bei kurzen Strecken meist nachhaltiger, direkt zu fliegen, anstatt eine Zwischenlandung einzulegen. Zudem spart eine geradlinige Flugroute Kilometer – und damit auch Treibstoff. Bei Langstreckenflügen gilt das jedoch nicht immer. Je weiter das Ziel entfernt ist, desto mehr Treibstoff muss mitgeführt werden, was das Flugzeug schwerer macht und den Verbrauch erhöht – vor allem in den ersten Stunden des Flugs. Ab einer Flugdistanz von etwa 6.000 Kilometern kann eine Unterteilung in zwei kürzere Strecken effizienter sein. Wichtig ist jedoch, eine logische Route zu wählen: Liegt der Umsteige-Flughafen hunderte Kilometer in die falsche Richtung, führt das zu unnötiger zusätzlicher Umweltbelastung.

Ein Direktflug kann die Emissionen senken, da Starten und Landen besonders viel Treibstoff verbrauchen. Doch neben der geringeren Umweltbelastung gibt es noch weitere Vorteile, besonders auf kurzen Strecken

Nicht weniger, sondern anders reisen

Wenn wir den Klimawandel bremsen wollen, müssen wir jetzt handeln – und das bedeutet, unser Reiseverhalten zu überdenken. Weniger weit reisen, öfter den Zug nehmen und wenn ein Flug nötig ist, dann so lange wie möglich bleiben und bewusst buchen. Wusstest du, dass eine Rundreise durch Europa genauso abenteuerlich und eindrucksvoll sein kann wie eine Fernreise? Auch auf unserem eigenen Kontinent findest du atemberaubende Natur, faszinierende Kulturen und köstliche Küchen. Wie wäre es mit einer Rundreise durch das unberührte Rumänien, einem Wanderabenteuer in den Bergen oder einer Begegnung mit den herzlichen Menschen in Bulgarien? Es gibt noch so viel zu entdecken – und oft liegt das Abenteuer näher, als du denkst!

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