Plastik ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken und gerade auf Reisen begegnet es uns überall. Doch viele Einwegprodukte werden nur wenige Minuten genutzt und belasten die Umwelt danach über Jahrzehnte hinweg. Mit kleinen Veränderungen auf unsere Reise können wir helfen, dem entgegenzuwirken. Hier zeigen wir dir, warum es so wichtig ist, Plastik zu reduzieren und zeigen dir einfache Ansätze, um möglichst plastikfrei zu reisen.
Plsatikfrei reisen: So geht's
Warum plastikfrei reisen wichtig ist
Plastik war zunächst eine praktische Erfindung: Es ist leicht, günstig und überall einsetzbar. Erst mit der Zeit wurden die verhehrenden Folgen sichtbar. Jedes Jahr gelangen große Mengen Plastik in die Natur, wo Tiere sich darin verfangen oder Plastik mit Nahrung verwechseln. Vielleicht hast du schon einmal Bilder von Schildkröten oder Seevögeln gesehen, die sich in Plastikringen von Getränkepackungen verfangen haben. Viele Tiere verletzen sich daran schwer oder überleben es nicht. Leider braucht Plastik oft Jahrhunderte, um sich zu zersetzen. Dadurch entsteht Mikroplastik, das heute praktisch überall nachweisbar ist: in Meeren, Böden, der Luft und inzwischen sogar im menschlichen Körper. Die genauen gesundheitlichen Folgen werden noch erforscht. Klar ist jedoch: Weniger Plastik zu verbrauchen ist wichtiger denn je.
Ist Papier besser als Plastik?
Papier wirkt auf den ersten Blick oft nachhaltiger als Plastik. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Für Papier werden große Mengen Holz, Wasser und Energie benötigt und Papiertüten gehen schnell kaputt. Plastik ist extrem langlebig und wir können es häufiger nutzen. Genau diese Eigenschaft ist jedoch so problematisch, wenn es in der Natur landet. Es geht daher nicht darum, sich für das eine oder andere zu entscheiden, sondern generell weniger Einwegprodukte zu verbrauchen. Im Folgenden zeigen wir dir, wie du vor allem deinen Plastikverbrauch, aber auch generell Müllverbrauch während deiner Reise reduzieren kannst.
Tipp 1: Nimm eine wiederverwendbare Wasserflasche mit
Auf Reisen kommen schnell viele Plastikflaschen zusammen, wenn man nicht darüber nachdenkt. Mit einer wiederverwendbaren Trinkflasche kannst du einen großen Teil davon vermeiden. Viele Unterkünfte, Cafés oder Restaurants bieten inzwischen Nachfüllstationen an. Entscheide dich dafür, deine Flasche immer wieder aufzufüllen und lasse die kostenlosen Plastikflaschen im Hotelzimmer bewusst stehen. Wenn du in klimatisch extremeren Regionen unterwegs bist, sind auch isolierte Flaschen praktisch. Sie halten dein Getränk lange warm oder kalt, sodass du dich unterwegs auf Erfrischung oder wohltuende Wärme freuen kannst. Das kann eine normale Plastikflasche nicht!
Tipp 2: Nutze eine Filterflasche
In vielen Ländern der Welt kommt kein Trinkwasser aus dem Wasserhahn wie bei uns. Dann bringt dir auch deine wiederverwendbare Trinkflasche wenig, wenn es in deiner Unterkunft keine Nachfüllstation gibt. Alternativ können Filterflaschen sinnvoll sein. Sie filtern Bakterien, Parasiten oder andere Verunreinigungen aus dem Wasser und helfen dir dabei, deutlich weniger Plastikflaschen zu verbrauchen. Mittlerweile gibt es dafür verschiedene Systeme und Modelle, die wir dir in unserem Blogartikel dazu erklären. Notfalls kannst du natürlich auch mal Wasser abkochen, denn auch ausreichendes Erhitzen tötet Krankheitserreger zuverlässig. Das dauert jedoch und kann auf Dauer mühsam sein, weshalb Filterflaschen die entspanntere Wahl sind.
Tipp 3: Bevorzuge Restaurants gegenüber Take-away
Take-away Mahlzeiten werden häufig in Einwegplastik und zusätzlichen Tüten ausgegeben. Wenn du stattdessen in Restaurants isst, vermeidest du oft eine Menge Verpackungsmüll. Gleichzeitig unterstützt du die lokale Bevölkerung mit deinem Besuch direkter, da Take-away Angebote eher von internationalen Ketten geprägt sind. Falls du doch einmal Essen mitnehmen möchtest, können ein eigenes Besteckset oder eine kleine Stofftasche für Brot, Snacks oder Obst praktisch sein und unnötigen Müll vermeiden. Noch ein kleiner Tipp: "No Straw, please", ist der typische Satz, bei dem man sich fragt, wie viel Unterschied man wirklich macht. Aber sag es ruhig und gehe mit gutem Beispiel voran. Jeder kleine Schritt zählt.
Tipp 4: Nutze umweltfreundliche Pflegeprodukte
Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann auch bei Pflegeprodukten genauer hinschauen. Viele Menschen wissen zum Beispiel nicht, dass Sonnencreme negative Auswirkungen auf die Meere haben kann. Bestimmte Inhaltsstoffe stehen im Verdacht, Korallenriffe und Meeresökosysteme zu schädigen, weshalb sich vor allem in sensiblen Regionen eine "reef safe" Sonnencreme lohnt. Viele Kosmetikprodukte beinhalten zudem viel Mikroplastik, das über das Abwasser in die Umwelt gelangt. Feste Shampoos und Seifen setzen häufig auf Zusammensetzungen ohne Mikroplastik und reduzieren gleichzeitig Verpackungsmüll.
Tipp 5: Reduzieren statt Recyclen
Um (Plastik-) Müll zu verringern gilt oft die Devise "Reduce, Reuse, Recycle". Da ist viel Wahres dran, jedoch birgt der Satz ein Risiko, dass wir zu sehr am recyclen festhalten und zu wenig reduzieren. Denn weltweit funktionieren viele Müllsysteme nur unzureichend. Selbst in Ländern mit offiziellen Recyclingsystemen wird ein Teil des Abfalls verbrannt oder ins Ausland exportiert. In anderen Regionen fehlt eine funktionierende Müllentsorgung komplett. Dort landet Abfall teilweise auf offenen Deponien, in Flüssen oder direkt in der Natur. Daher sollte unsere erste Wahl wann immer möglich der Verzicht auf Plastik sein, und Recycling eher als Notlösung gesehen werden. Der beste Müll ist immer der, der gar nicht erst entstanden ist.
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