Tierfreundliche Safaris
Das erste Mal, als ich einem wilden Elefanten gegenüberstand, blieb mir kurz der Atem stehen. Nicht vor Angst, sondern vor Ehrfurcht. Wir saßen still im Jeep, der Motor aus, während das Tier langsam an uns vorbeizog. Genau so sollte eine Safari-Tour aussehen: die Bedürfnisse der Tiere stehen im Vordergrund, nicht unsere.
Während meiner Weltreise durfte ich Wildtiere in verschiedensten Ländern in freier Wildbahn beobachten. In diesem Artikel verbinde ich persönliche Erfahrungen mit Richtlinien von Nationalparks und Tierschutzorganisationen. Hier erfährst du, was eine tierfreundliche Safari ausmacht und wie deine Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.
Tierschutz steht an erster Stelle
Ich hatte das Glück, auf der ganzen Welt wilde Tiere zu beobachten: von Elefanten an unserer Lodge in Sri Lanka über Berggorillas in Kisoro (Uganda) bis hin zu einer ganzen Geparden-Koalition im Kgalagadi in Südafrika. Wildtiere verhalten sich weltweit ähnlich. Der Unterschied liegt darin, wie wir Menschen ihnen begegnen. Ich habe erlebt, wie Tiere gehetzt, Regeln ignoriert und der Wille des perfekten Fotos über ihr Wohl gestellt wurden. Bei FairAway haben wir eine klare Haltung zu Safaris: Sie sind nur dann wirklich besonders, wenn das Wohl der Tiere stets an erster Stelle steht.
Lass den Tieren Freiraum
Wildtiere haben immer Vorrang. Versperre ihnen niemals den Weg oder ihre Fluchtroute und umzingele sie nicht. Zieht sich ein Tier zurück, lässt du es gehen, auch wenn dies bedeutet, dass as perfekte Foto warten muss. Wenn du ein Tier entdeckst, gib auch anderen Fahrzeugen die Möglichkeit es zu beobachten, damit sich die Jeeps nicht drängen. Besonders in stark besuchten Parks ist es besser, nur kurz stehen zu bleiben. So vermeidest du Stress für die Tiere und verhinderst, dass sich zu viele Safari-Fahrzeuge an einem Ort sammeln.
Halte ausreichend Abstand
Bei einer Safari ist klar geregelt, wie viel Abstand zu wilden Tieren gehalten werden muss, und das aus gutem Grund. Zu wenig Abstand kann Stress auslösen oder dazu führen, dass Tiere ihr Verhalten ändern. Die Regeln variieren je nach Park. In Uganda hältst du bei Berggorillas mindestens 8 Meter Abstand, in der Serengeti etwa 20 Meter. Informiere dich vorab und halte dich immer an die Regeln. Kommt ein Tier dir näher, behalte Ruhe, stoppe das Fahrzeug und lass den Motor ausgeschaltet. Bleib im Fahrzeug sitzen (vor allem bei Raubkatzen solltest du nicht aufstehen) und vermeide hektische Bewegungen. Meist ziehen die Tiere dann entspannt weiter. Dezente Kleidung und keine Duftstoffe helfen zusätzlich, die Tiere nicht zu verunsichern.
Füttere die Tiere nicht
Es klingt selbstverständlich, ist aber entscheidend: Füttere wilde Tiere niemals. Sie können davon nicht nur abhängig sondern sogar krank werden. Auch wenn es verlockend ist, Tiere für ein besseres Foto anzulocken (etwa durch Geräusche oder indem du kleine Gegenstände wirfst) solltest du in jedem Fall darauf verzichten. Solche Eingriffe stören ihr natürliches Verhalten und nehmen ihnen die Scheu vor Menschen, was sie anfälliger für Wilderei macht. In vielen Parks ist zudem Blitzlicht verboten, da es Tiere erschreckt und besonders bei Nachtsafaris die Jagd stören kann. Oft sind wir uns der Auswirkungen unserer Verhaltensweisen nicht bewusst. Daher ist es umso wichtiger, sich vorab zu informieren und die Regeln zu beachten.
Bleib immer im Safari-Fahrzeug
Bei einer tierfreundlichen Safar-Tour verlässt du den Jeep nur an ausgewiesenen Stellen aus, etwa an offiziellen Picknickplätzen oder Toiletten. Verlasse niemals die Wege, um quer über das Gelände zu fahren. Bei Wandersafaris oder Touren zu Primaten, zum Beispiel in Uganda, folgst du strikt den Anweisungen der Ranger: Bleib in der Gruppe, renne nicht und halte den vorgeschriebenen Abstand zu den Tieren ein. In Sichtweite von Primaten solltest du zudem nicht essen. Wenn die Tiere unruhig werden, vermeide direkten Blickkontakt. Wenn du dich ruhig und respektvoll verhältst, bewegen sich die Tiere oft ganz entspannt in deiner Nähe.
In vielen Nationalparks ist es ganz normal, nach der Safari Wildfleisch zu essen, also genau die Tiere, die du zuvor beobachtet hast. Fühlt sich das für dich widersprüchlich an? Dann kannst du deine Reise noch tierfreundlicher gestalten, indem du möglichst pflanzlich isst. So reduzierst du die negativen Auswirkungen deiner Reise zusätzlich und unterstützt einen respektvolleren Umgang mit Wildtieren.
Arbeite mit deinem Guide zusammen
Schenke deinem Guide Vertrauen und setze ihn nicht unter Druck. Wenn du ihn bittest, näher an Tiere heranzufahren oder ihnen zu folgen, kann ihn das in eine schwierige Situation bringen, besonders, wenn ein Trinkgeld erwartet wird. Wenn du hingegen nicht Teil einer Fahrzeugansammlung sein möchtest, um den Tieren Raum zu geben, kannst du deinem Guide das klar mitteilen. Im Ngorongoro-Krater standen wir einmal mit über fünfzehn Jeeps um einen Löwen herum, der in einem Baum saß. Statt uns dazuzustellen, fuhren wir weiter. Und wir wurden dafür belohnt: Wenig später begegneten wir einem weiteren Löwen ganz für uns allein. Die besten Begegnungen entstehen oft dort, wo weniger los ist.
Melde verantwortungsloses Verhalten
Unsere Reiseexperten arbeiten eng mit lokalen Guides zusammen und legen großen Wert auf verantwortungsvolles Verhalten auf Safaris. Sollte während deiner Reise dennoch etwas schiefgehen, gib uns bitte Bescheid. Wir nehmen solche Rückmeldungen ernst und sprechen direkt mit unseren Partnern vor Ort. Beobachtest du bei anderen Reisenden respektloses Verhalten gegenüber Tieren, kannst du dies auch bei den Parkbehörden melden. So tragen wir gemeinsam zu mehr Tierschutz bei Wildbeobachtungen bei.
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