Kann man die Emissionen einer Reise einfach ausgleichen? Lange Zeit galt CO₂-Kompensation als wichtige Lösung im Klimaschutz. Inzwischen wird sie jedoch zunehmend kritisch hinterfragt, und das zu Recht. Hier erfährst du, warum wir bei FairAway nicht mehr kompensieren und wie wir Reisende unterstützen, ihren CO₂-Fußabdruck stattdessen zu reduzieren.
CO₂-Fußabdruck:
Reduzieren statt kompensieren
Was ist CO₂-Kompensation?
Die Idee hinter der CO₂-Kompensation ist, Emissionen, die beim Reisen entstehen, an anderer Stelle wieder auszugleichen. Dafür werden Emissionszertifikate aus Klimaschutzprojekten gekauft. Das können zum Beispiel Aufforstungsprojekte sein, Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien oder die Verteilung effizienterer Kochherde, die weniger Holz verbrauchen. Die Projekte sollen dafür sorgen, dass rechnerisch so viel CO₂ eingespart oder gebunden wird, wie durch einen Flug oder eine Reise verursacht wird. Das Grundprinzip ist also einfach und klingt zunächst plausibel: Was auf der einen Seite ausgestoßen wird, soll auf der anderen Seite wieder ausgeglichen werden.
Kritik an Kompensationsprojekten
Auch wenn das Konzept überzeugend klingt, wird die CO₂-Kompensation von vielen Wissenschaftlern und Umweltorganisationen kritisch betrachtet. Ein Grund dafür: Die Emissionen eines Fluges gelangen sofort in die Atmosphäre. Ein Baum hingegen braucht oft Jahrzehnte, um dieselbe Menge CO₂ zu binden. Hinzu kommt, dass die langfristige Wirkung vieler Projekte schwer nachvollziehbar ist. Geschützte Wälder können abbrennen, gepflanzte Bäume absterben. Projekte können sich generell anders entwickeln als geplant. Viele Experten argumentieren außerdem, dass Klimaschutzprojekte die weltweiten Emissionen insgesamt reduzieren sollten, anstatt neu entstandene Emissionen auszugleichen. So würde die Gesamtmenge an CO₂ tatsächlich sinken, statt lediglich rechnerisch bei null zu landen.
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Warum FairAway nicht mehr kompensiert
Bis 2024 hat FairAway die CO₂-Emissionen aller Reisebestandteile, einschließlich des Fluges, ausgeglichen. Für das Reisejahr 2023 haben wir 100 % der CO₂-Emissionen unserer Reisen über das doppelt zertifizierte Projekt Viet Nam Small Hydro POA kompensiert. Unser Ziel war es, die Klimawirkung unserer Reisen möglichst gering zu halten. Wir beobachteten jedoch zunehmend, dass die langfristige Wirksamkeit von Kompensationsprojekten von Wissenschaftlern angezweifelt wird. Auch unser Projekt konnten wir von dieser Kritik nicht freisprechen. Da wir unsere Verantwortung ernst nehmen und uns unserer Vorbildsrolle bewusst sind, haben wir uns entschlossen, auf die neuesten Erkenntnisse zu reagieren und nicht mehr zu kompensieren.
Was wir stattdessen tun
Wir erkennen die Klimakrise als reales Problem an und reagieren darauf. Deshalb setzen wir nicht mehr auf Kompensation, sondern auf die tatsächliche Reduktion von Emissionen. FairAway war der erste deutsche Reiseveranstalter, der sich Tourism Declares a Climate Emergency angeschlossen hat. Später haben wir auch die Glasgow Declaration unterzeichnet. Beide Initiativen verfolgen das Ziel, die Emissionen der Tourismusbranche deutlich zu senken und konkrete Klimapläne umzusetzen. Daraus leiten sich auch unsere konkreten Ziele ab: Bis 2030 möchten wir die CO₂-Emissionen unserer Reisen gegenüber 2029 um 55 % reduzieren. Dafür arbeiten wir kontinuierlich daran, Reisen klimafreundlicher zu gestalten und Emissionen Schritt für Schritt zu senken.
So reduzierst du deinen CO2-Fußabdruck
Der größte Hebel liegt meist bei der Anreise. Bei Fernreisen entfallen oft bis zu 90 % der gesamten Emissionen auf den Flug. Deshalb lohnt es sich, bewusst zu überlegen, ob jedes Reiseziel wirklich am anderen Ende der Welt liegen muss. Auch Europa bietet beeindruckende Natur, spannende Kulturen und außergewöhnliche Reiseerlebnisse. Wenn es dich doch in die Ferne zieht, kann es sinnvoll sein, länger vor Ort zu bleiben und dafür seltener zu reisen. So reduzierst du die Emissionen deiner Reisen am effektivsten.
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