Trinkgeld auf Reisen: Wieviel sollte man geben?

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Betty

„Was Reisen für mich so besonders macht? Nicht nur die schönen Orte dieser Welt, sondern vor allem die Menschen, die dort leben und die spannendsten & bewegendsten Geschichten auf Lager haben."

Betty, FairAway Redaktion

Betty Wilde arbeitet als Content Manager bei Fairaway
Geldscheine liegen auf einer Weltkarte
Wieviel Trinkgeld solltest du auf Reisen geben?

Trinkgeld Knigge international: Gar nicht so einfach

Eigentlich scheint es ja ganz einfach: Du gibst Trinkgeld, um eine besondere Leistung zu belohnen, Anerkennung zu zeigen und dem Dienstleister eine Freude zu machen. Besonders wenn du nachhaltig reist, Wert auf faire Behandlung der lokalen Bevölkerung legst und möchtest, dass die Einheimischen von deinem Besuch profitieren, wirst du dir vermutlich über ein angemessenes Trinkgeld Gedanken machen. Grundsätzlich ein feiner Zug – und so denken viele Leute gar nicht daran, dass sie damit auch etwas falsch machen können. Doch Obacht, auch wenn Trinkgeld gut gemeint ist, man kann damit auch ganz schön ins Fettnäpfchen treten. Denn auch bei Trinkgeld gilt: Andere Länder, andere Sitten. Was zu Hause in Ordnung ist, kann in einem anderen Land für Empörung sorgen, nicht nur weil es zu wenig ist, sondern im Extremfall auch, weil es als Beleidigung empfunden werden kann. Das Thema ist sehr komplex und unterscheidet sich teilweise stark von Land zu Land, daher kann dieser Artikel natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Aber er hilft Ihnen hoffentlich, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was angemessen ist und was nicht.

Wieviel Trinkgeld solltest du auf deiner Reise geben?
Gar nicht so einfach, die Frage nach dem Trinkgeld

Trinkgeld auf Reisen in Süd- und Mittelamerika

In Lateinamerika sind die Leute, anders als in Europa, auf das Trinkgeld angewiesen. Hier als Europäer geizig zu sein, macht definitiv einen schlechten Eindruck. Mit 10 Prozent des Rechnungsbeitrages im Restaurant liegst du in den meisten südamerikanischen Ländern richtig, natürlich kann es auch etwas mehr sein, wenn du wirklich zufrieden mit dem Service bist und dem Dienstleister besondere Anerkennung zeigen möchtest.

Beispiel Trinkgeld Mexiko:

  • Restaurant 10-15 Prozent der Rechnung
  • Hotel 10-20 Pesos (45-90 Cent)
  • Taschen einpacken im Supermarkt: 3-10 Pesos
  • Taxi: Betrag aufrunden, bei längeren Strecken ein paar Pesos obendrauf
  • Autoscheiben putzen an Kreuzungen: 5 Pesos, wenn man den Service annimmt
  • Darbietungen an Kreuzungen: 3-5 Pesos
  • Touren: 50-100 Pesos (2-5 Euro)

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Trinkgeld auf Reisen in Asien

Eine Besonderheit beim Trinkgeld ist Asien. Hier gibt es tatsächlich noch einige Länder, in denen Trinkgeld als Beleidigung aufgefasst wird. Vor allem in Japan und China hat Trinkgeld keine Tradition und hier sollte man wirklich aufpassen, nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Generell gilt, je weiter weg man sich von den Touristenzentren bewegt, desto mehr muss man mit der vermeintlich gut gemeinten Zuwendung aufpassen. Gerade in Japan und China bietet sich oft ein kleines Geschenk besser an als eine monetäre Aufmerksamkeit. Nur in den Touristen Hotspots und in westlichen Hotelketten nimmt das Personal Trinkgeld mittlerweile gerne an. Auch Länder wie Thailand oder Indonesien hat sich bereits eine gewisse Trinkgeldkultur etabliert. Die Länder sind sehr westlich orientiert und das zeigt sich unter anderem auch bei den Erwartungen an die Touristen. Ungefähr 10 Prozent des Rechnungsbetrages werden in Restaurants bei gutem Service mindestens erwartet und man sollte auch dort als Europäer definitiv nicht zu geizig auftreten.

Beispiel Trinkgeld Bali:

  • Restaurants: 5-10 Prozent
  • Fahrer und Guides: ca. 50.000 IDR pro Tag (ca. 3 Euro)
  • Hotel: ca. 25.000 IDR
  • Gepäckträger: ca. 10.000 IDR (ca. 65 Cent)
  • Museum oder Orte: Manchmal kein Eintritt, dafür Spende und Eintrag ins Gästebuch

 

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Trinkgeld in Afrika

Afrika ist ein riesiger Kontinent und unterschiedlich gut touristisch erschlossen. In den Touristenzentren arbeitet ein Großteil der lokalen Bevölkerung in Servicedienstleistungen, die oft sehr schlecht bezahlt sind. In manchen Berufen gibt es sogar überhaupt kein fixes Grundgehalt, so dass diese Leute wirklich auf ein Trinkgeld angewiesen sind. Mindestens 10 Prozent sollen es in Restaurants, aber auch in Taxis sein. Bei exzellentem Service oder einem besonderen Verdienst gerne auch etwas mehr. Falls Sie in einer Gruppe unterwegs sind, vergewissern Sie sich aber bitte vorher, dass in der Rechnung nicht schon eine „Service Charge“ inkludiert ist!

Beispiel Trinkgeld in Südafrika:

  • Restaurant: 10 Prozent, es sei denn, man war wirklich unzufrieden – dann sollte man das dem Kellner mitteilen
  • Tour: ca. 10 Rand (ca. 60 Cent)
  • Hotel: ca. 10 Rand
  • Safari: ca. 50 Rand, beim Erspähen seltener Tiere: 100 Rand (ca. 6 Euro)
  • Taxi: 10 Prozent

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Trinkgeld gut, alles gut

Du siehst also, die Tringeldgewohnheiten unterscheiden sich teilweise sehr stark. Was in einem Land als angemessen gilt, kann in einem anderen geradezu beleidigend sein oder aber auch umgekehrt. Trotzdem ist ein Trinkgeld allen Gewohnheiten und Erwartungen zum Trotz immer noch eine freiwillige Leistung. Wenn du mit dem Service gar nicht zufrieden gewesen bist oder die Qualität überhaupt nicht gepasst hat, musst du dich natürlich nicht verpflichtet fühlen, Trinkgeld zu geben. Das ist aber üblicherweise die Ausnahmesituation! Wenn du dich sonst an die lokalen Gepflogenheiten hältst und dich vor dem Besuch ein wenig einliest, sollten es zu keinen Problemen oder vermeidbaren Missverständnissen kommen.