In Ländern wie Finnland, Norwegen und Schweden sind Jagen und Fischen tief verwurzelte Traditionen. Für viele Menschen in abgelegenen Regionen sind sie nicht nur Kultur, sondern auch eine Lebensweise und eine Möglichkeit, sich selbst zu versorgen. Als Reisender kannst du an der Jagd teilnehmen oder gemeinsam mit Einheimischen fischen gehen. Bei FairAway liegt uns der Austausch mit lokalen Gemeinschaften und das Erleben ihrer Traditionen besonders am Herzen. Dennoch haben wir uns bewusst entschieden, keine Jagd- oder Fischaktivitäten anzubieten. In diesem Artikel erfährst du, warum wir diesen Weg gewählt haben.
Jagen und Fischen:
Warum wir es nicht anbieten
Tiere wollen leben
Bei FairAway haben wir klare Kriterien dafür festgelegt, welche Aktivitäten mit Tieren wir anbieten und welche wir aus Tierschutzgründen ausschließen. Sie legen fest, dass wir keine Aktivitäten organisieren, die Tieren in irgendeiner Form Leid zufügen können. Dazu gehören auch Jagen und Fischen. Es sind Aktivitäten mit dem Ziel, ein Tier zu töten, das eigentlich leben möchte. Egal ob Hirsche, Rehe, Füchse oder Fische: Sie alle haben, genau wie wir Menschen, einen natürlichen Überlebensinstinkt. Tieren das Leben zu nehmen, ist für uns daher keine touristische Attraktion.
Bei FairAway haben wir Anforderungen für Aktivitäten mit Tieren festgelegt und schließen bestimmte Aktivitäten aus Tierschutzgründen aus unserem Angebot aus. Auch du kannst bei Tierbegegnungen auf Reisen Tierschutzaspekte berücksichtigen. Unsere Tipps dazu haben wir unter „Tierfreundliches Reisen“ zusammengestellt.
Die Jagd verursacht Tierleid
Jagd als touristische Aktivität trägt zu unnötigem Tierleid bei. Auch wenn die Absicht ist, ein Tier mit einem einzigen Schuss zu töten, ist das in der Praxis selten der Fall. Denn Reisende, die als Teil ihres Urlaubs jagen gehen, haben oft zu wenig Erfahrung, um das sicherzustellen. Daher werden viele Tiere oft nur verletzt und können anschließend entkommen. Daraufhin sterben sie einen langsamen und schmerzhaften Tod durch ihre Verletzungen oder weil sie nicht mehr in der Lage sind, Nahrung zu finden und deshalb verhungern. So muss bei 20 % der Füchse ein zweites Mal geschossen werden, um das Tier zu töten. Laut Untersuchungen der Wageningen Universität tragen 25 bis 40 % der Gänse Schrotkugeln in ihrem Körper.
Die Jagd stört natürliche Prozesse
Die Freizeitjagd greift in natürliche Prozesse ein. Die meisten Tiere, auf die Touristen jagen, sind sozial veranlagt und leben in komplexen Verbänden und Familienstrukturen. Wenn Mitglieder einer solchen sozialen Gemeinschaft wegfallen, hat das Folgen für den Rest der Gruppe. Manche Tierarten passen ihre Lebensweise an, wenn Jäger in ihrem Lebensraum eine Bedrohung darstellen. Von Wildschweinen ist zum Beispiel bekannt, dass sie ihren Tagesablauf verändern, wenn in ihrem Gebiet gejagt wird. Tagsüber verstecken sie sich dann, sodass sie nachts nach Nahrung suchen müssen. Das ist problematisch, weil sie im Dunkeln schlecht sehen. So stört die Jagd indirekt das Leben vieler Tiere, nicht nur das des Tieres, was aktiv gejagt wird.
Eines der schönsten Erlebnisse auf Reisen ist es, neue Gerichte kennenzulernen. Manche Speisen enthalten jedoch Fleisch von Wildtieren oder bedrohten Tierarten. Wenn du häufiger vegetarische Gerichte wählst, reduzierst du den Konsum tierischer Produkte. In unserem Beitrag zum vegetarischen Essen auf Reisen findest du praktische Tipps und Beispiele für pflanzliche Gerichte.
Jagd zur "Regulierung des Tierbestands"
Ein häufig genanntes Argument für die Jagd ist die Regulierung von Tierbeständen. Ob und in welchem Umfang eine solche Regulierung erforderlich ist, hängt jedoch von der jeweiligen Tierart, dem Ökosystem und den Bedingungen vor Ort ab. Maßnahmen zum Wildtiermanagement können daher je nach Region und Situation unterschiedlich ausfallen. Unabhängig davon haben wir uns bei FairAway entschieden, Freizeitjagd nicht als touristische Aktivität anzubieten. Das entspricht unserem Tierschutzverständnis und unseren Anforderungen an Aktivitäten mit Tieren.
Die Jagd bedroht auch Menschen
So gut die Freizeitjagd auch reguliert ist, kommen dadurch jedes Jahr nicht nur Tiere, sondern auch Menschen zu Schaden. Allein in den Niederlanden werden jährlich mehrere ahnungslose Wanderer und Radfahrer für Wild gehalten oder versehentlich von einer verirrten Kugel getroffen. Manchmal mit tödlichem Ausgang. Auch unter Jägern selbst passieren Unfälle mit Waffen, die versehentlich losgehen, oder weil Jäger andere Jäger für ihre Beute halten. Auch in Finnland passieren solche Unfälle. Laut Helsinki Times nimmt die Zahl der Jagdunfälle seit 2020 sogar zu.
Ist Angeln auf Reisen in Ordnung?
Lange Zeit dachten wir, dass Fische keine oder kaum Schmerzen und Stress empfinden. Untersuchungen zeigen in den letzten Jahren jedoch das Gegenteil. Britische Wissenschaftler entdeckten 2019, dass Fische Schmerzen auf ähnliche Weise erleben wie Menschen und andere Säugetiere. Sie beginnen zu hyperventilieren, zeigen auffälliges Verhalten und meiden Orte, an denen sie Schmerzen erfahren haben. Auch Tiere nach dem Fang wieder freizulassen, ist keine Lösung. Dieselben britischen Forschenden entdeckten, dass Barsche mit einem Loch im Maul durch einen Angelhaken weniger oder gar nicht mehr fraßen, weil das Essen zu schmerzhaft war. Deshalb passt Angeln als Reiseaktivität nicht zu unserem Tierschutzverständnis und wir bieten diese Aktivität nicht an.
Unverbindliche Angebote von lokalen Reiseexperten
