Traditionen und Feiertage in Bulgarien

Traditionen und Rituale werden in Bulgarien noch immer stark gepflegt. Sie werden nicht nur in Geschichtsbüchern bewahrt, sondern aktiv gelebt. In diesem Blog entdeckst Du fünf Traditionen und Feiertage in Bulgarien, die einen Besuch in diesem osteuropäischen Land einzigartig machen.

1. Der Frühlingsbeginn: Baba Marta

Eine der größten Traditionen in Bulgarien ist die Feier von Baba Marta, oder Großmutter März. Sie kommt am 1. März, um den Winter zu vertreiben und den Frühling einzuläuten. Laut bulgarischen Legenden ist sie launisch, weshalb man im März nie genau weiß, was das Wetter bringt. Die Menschen schenken sich rot-weiße Wollarmbänder, sogenannte Martenitsi, um einander Wohlstand, Glück und Gesundheit zu wünschen. Rot steht für Überfluss, Geburt und Glück, weiß für ein langes Leben, Kraft und Reinheit. Eine Martenitsa darfst Du erst abnehmen, wenn Du die ersten Anzeichen des Frühlings entdeckst und zum Beispiel einen Storch seihst. Das Wollarmband gibst Du dann der Natur zurück, indem Du es zum Beispiel an einen Baum hängst.

2. Kukeri: Das Böse vertreiben

Eine besondere Tradition in Bulgarien ist das Vertreiben des Bösen. Während dieser Feierlichkeiten tanzen die sogenannten Kukeri in großen zotteligen Kostümen aus Ziegenhaar und bemalten Holzmasken durch die Straßen, und vertreiben mit verschiedenen Ritualen böse Geister aus dem Dorf. Du kannst diese Tradition das ganze Jahr über sehen, jedoch auschließlich abends, denn den Legenden zufolge konnten die Kukeri den Menschen nur im Schutz der Dunkelheit helfen. Oft endet ein solcher Umzug auf einem zentralen Platz, wo die Kukeri tanzen, Musik machen und die Feierlichkeiten abschließen.

Kleiner extra Tipp: In vielen Orten, wie dem Bergdorf Bansko, wird dieses Ritual am 1. Januar groß gefeiert. Jeder kann dabei sein und mitfeiern. In der Stadt Pernik findet das Fest an einem ganzen Wochenende Ende Januar statt. Es ist das größte Wintermaskenfestival Europas!

3. Tradition in voller Blüte: die Rosentage

Die Bulgaren sind sehr stolz auf ihr Tal der Rosen im Rodope-Gebirge, denn Rosenöl ist ein wichtiges Exportgut Bulgariens und wird häufig in französischen Parfums verwendet. Gegen Ende Mai oder Anfang Juni beginnen die Rosen hier zu blühen und die Blätter werden geerntet: Es ist die Zeit der Rosentage, die traditionell gefeiert werden. Während dieser bulgarischen Tradition stehst Du vor Sonnenaufgang auf, um zu den Rosenfeldern zu gehen. Dort wird noch immer jede Blume von Hand gepflückt. Dabei singen die lokalen Bauern traditionelle Lieder und es gibt Aktivitäten rund um die Ernte, wie Blumenparaden und Ausstellungen. 

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4. Das Pflaumenfestival

Ende September feiert Troyan das bulgarische Pflaumenfestival als Hommage an den traditionellen Pflaumenanbau und den berühmten Troyanska Slivova Rakija, einen aus Pflaumen destillierten Obstbrand. Gäste können lernen, wie Pflaumenlikör hergestellt wird oder sich selbst am Destillieren probieren. Auf dem Markt präsentieren Kunsthandwerker ihre Produkte, während Tanzgruppen in traditionellen Trachten für Stimmung sorgen. Wettbewerbe, wie die Wahl des besten hausgemachten Rakija oder ein Kochduell mit Pflaumen, machen das Festival zu einem Highlight. Es ist ein authentisches Erlebnis voller Geschmack und bulgarischer Kultur!

5. Neujahrssprung ins Wasser

Am 6. Januar erwartet die Männer Bulgariens ein Eisbad, um das neue Jahr einzuleiten. Nach orthodoxer Tradition wirft ein örtlicher Priester ein Kreuz in einen Fluss, und die mutigsten Männer versuchen, es aus dem Wasser zu holen. Und das bei einem Winter, der oft deutlich kälter ist als bei uns. Diese Tradition wird fast überall in Bulgarien gefeiert. In einigen Dörfern wie Kalofer und Koprivshtitsa (beide östlich von Sofia) ist es besonders wichtig. Hier springen die Männer nicht nur ins Wasser, sondern führen auch einen traditionellen Tanz im eiskalten Wasser auf: ein Horo. Dabei halten sie sich an den Händen und tanzen in einer Linie oder im Kreis. Hut ab, sagen wir! 

Extra: Koprivshtitsa Nationales Folklorefestival

Alle fünf Jahre verwandelt sich Koprivshtitsa in eine große Bühne für bulgarische Folklore. Das nächste Festival wird voraussichtlich 2030 stattfinden, der genaue Termin steht jedoch noch nicht fest. In einem Tal nahe der Stadt präsentieren Gruppen aus verschiedenen Regionen traditionelle Musik, Tänze, Trachten und Bräuche. Das Festival bringt zahlreiche Mitwirkende und Gäste zusammen und trägt dazu bei, überliefertes Wissen an kommende Generationen weiterzugeben. Wer dabei sein möchte, sollte frühzeitig planen, da Unterkünfte in und um Koprivshtitsa während des Festivals stark nachgefragt sind.

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