Das Reisen begeistert uns und bietet neue, spannende Perspektiven. Doch viele Arten des Tourismus führen immer zu Belastungen und Problemen in den Orten, die wir besuchen, anstatt Positives zu bewirken. Dem möchten wir bei FairAway entgegenwirken. Die gute Nachricht ist: Schon kleine Entscheidungen können einen Unterschied machen. Von deiner Unterkunft über den Transport bis hin zu Aktivitäten vor Ort gibt es viele Möglichkeiten, bewusster und nachhaltiger zu reisen. Hier zeigen wir dir 10 konkrete Tipps zu Unterkunft, Transport und Aktivitäten, die dir bei der Planung und unterwegs helfen.

1. Wähle Unterkünfte sorgsam aus 

Deine Unterkunft hat einen großen Einfluss darauf, wie fair deine Reise ist. Wir empfehlen kleine Unterkünfte, die bewusst mit Ressourcen umgehen, etwa durch Mülltrennung, weniger Plastikverbrauch oder den Verzicht auf tägliche Handtuchwechsel. Besonders schön sind Homestays. Dort übernachtest du direkt bei Einheimischen, bekommst Einblicke in ihren Alltag und unterstützt sie ganz unmittelbar. Gleichzeitig entsteht oft ein persönlicher Austausch, der deine Reise bereichert und dir Kultur, Traditionen und lokale Küche auf sehr authentische Weise näherbringt. 

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2. Buche Aktivitäten mit den Locals

Auch bei deinen Aktivitäten hast du die Möglichkeit, mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Lokale Guides teilen nicht nur Wissen über Kultur, Natur und Geschichte, sondern zeigen dir Orte, die in keinem Reiseführer stehen. Oft freuen sie sich auch, ganz persönliche Geschichten mit dir zu teilen. Dabei lernst du nicht nur den Guide selbst besser kennen, sondern bekommst nochmal ein ganz anderes Feeling für das bereiste Land. Auch Fahrer oder kleine Familienunternehmen erzielen durch den Tourismus ein Einkommen. Buchst du einen Ausflug mit einem lokalen Guide oder eine Unterkunft bei einem Familienbetrieb, unterstützt du Menschen vor Ort und erlebst das Land aus einer persönlichen Perspektive.

So triffst du die Einheimischen 

3. Vermeide Voluntourismus

Eine Sache müssen wir direkt klarstellen: Unter Aktivitäten mit den Locals fallen auf gar keinen Fall Angebote von Voluntourismus sowie Schul- oder Waisenhausbesuche. Auch wenn solche Erlebnisse gut gemeint sind, können sie langfristig schaden. Kinder sind keine Touristenattraktion und brauchen geschützte Räume statt ständig wechselnder Besucher. Zudem fördern manche Angebote problematische Geschäftsmodelle rund um Armut und Abhängigkeit. Sinnvoller sind Begegnungen auf Augenhöhe bei gemeinsamen Aktivitäten. So unterstützt du die Menschen vor Ort, ohne vulnerable Gruppen auszunutzen.

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Hier erfährst du, warum es keine gute Idee ist, Kindern auf Reisen Geschenke zu machen. 

4. Verringere deinen CO₂-Ausstoß

Flüge verursachen einen großen Teil der Emissionen einer Reise. Bei der Anreise kannst du vergleichen, welche Verkehrsmittel für deine Strecke infrage kommen. Ein paar Details möchten wir dir diesbezüglich aber mit auf den Weg geben. Wenn sich ein Flug nicht vermeiden lässt, lohnt es sich, möglichst einen Direktflug zu wählen, da besonders Start und Landung viel CO₂ verursachen. Auch Inlandsflüge kannst du oft vermeiden, indem du mit dem Zug oder Bus reist. Gleichzeitig hilft es, seltener und dafür länger zu verreisen. Hier kommt der Slow Tourism ins Spiel. Er setzt auf weniger Ortswechsel, mehr Zeit vor Ort und bewussteres Reisen anstatt des Versuchs, möglichst viel in kurzer Zeit zu sehen.

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5. Verzichte bewusst auf Fleisch

Auch bei deiner Ernährung kannst du auf deinen CO₂-Ausstoß achten. Wenn du auf Reisen öfter pflanzliche Gerichte wählst, probierst du zugleich andere Zutaten und Zubereitungsarten aus. In vielen Ländern gehören solche Gerichte seit Langem zur lokalen Küche. Doch das ist nur einer der vielen Gründe für pflanzliche Ernährung. Für die Tierhaltung werden große Flächen abgeholzt, enorme Mengen Wasser verbraucht und Tierleid in Kauf genommen. Du kannst mithelfen, das zu reduzieren. Dabei musst du auf Reisen keineswegs auf Genuss verzichten. Viele lokale Küchen bieten spannende vegetarische oder vegane Gerichte, die du vielleicht sonst nie probiert hättest und die dir einen authentischen Einblick in die Esskultur eines Landes geben.

So reist du vegetarisch

6. Respektiere wilde Tiere

Viele Reisen beinhalten Begegnungen mit wilden Tieren. Das sind oft unvergessliche Momente, die uns ganz besonders in Erinnerung bleiben. Dabei ist es wichtig, nicht das eigene Erlebnis in den Mittelpunkt zu stellen, sondern immer das Wohl der Tiere im Blick zu haben. Beobachte Wildtiere deshalb möglichst in ihrer natürlichen Umgebung und mit ausreichend Abstand, etwa bei Safaris oder Bootstouren, bei denen ausreichend Abstand zu den Tieren eingehalten wird. Aktivitäten wie Delfinshows, Elefantenreiten oder Fotos mit Wildtieren hingegen, gehen immer mit Stress, schlechter Haltung oder Tierleid einher. Hinterfrage deshalb grundsätzlich, ob ein Erlebnis wirklich tierfreundlich ist. 

So reist du tierfreundlich

7. Reduziere deinen Plastikverbrauch

Einwegplastik lässt sich oft schon vor der Reise vermeiden, etwa mit einer wiederverwendbaren Trinkflasche. Gerade auf Reisen entsteht jedoch oft viel unnötiger Müll, besonders durch Wasserflaschen. In vielen Ländern ist Leitungswasser nicht trinkbar und schnell kommen dutzende Einwegflaschen zusammen. Problematisch ist das vor allem dort, wo Müll nicht zuverlässig recycelt wird und Plastik in der Natur oder im Meer landet. Unser wichtigster Tipp: Nutze eine wiederverwendbare Trink- oder Filterflasche. Viele Unterkünfte bieten mittlerweile Nachfüllstationen an. Noch mehr Empfehlungen, um Plastik zu vermeiden gibt's in unserem Blog zu genau diesem Thema.

So reduzierst du Plastik auf Reisen

8. Bedenke deinen Wasserverbrauch

Auch den Wasserverbrauch kannst du bei der Reiseplanung und vor Ort berücksichtigen. Doch es wird immer relevanter und sollte ernst genommen werden. Wasser ist in vielen Reiseländern deutlich knapper als bei uns. Besonders Hotels mit Pools, großen Gartenanlagen oder täglichem Wäschewechsel verbrauchen enorme Mengen. Schon kleine Entscheidungen können deshalb einen Unterschied machen: Nutze Handtücher mehrere Tage, dusche kürzer und lasse Klimaanlage oder Wasser nicht unnötig laufen. Auch die Wahl deiner Unterkunft spielt eine Rolle. Kleine Unterkünfte oder Homestays gehen oft bewusster mit Ressourcen um als große Resorts. So hilfst du dabei, Wasser zu sparen und lokale Ressourcen weniger zu belasten.

9. Reise in der Nebensaison

Viele Reiseziele leiden während der Hauptsaison unter Massentourismus. Sehenswürdigkeiten sind überfüllt, die Natur wird stark belastet und der Alltag vor Ort verändert sich spürbar. Für Natur und Alltag vor Ort kann eine sehr hohe Besucherzahl zur Belastung werden. In der Nebensaison reist du hingegen oft entspannter und authentischer. Beliebte Orte sind ruhiger und viele Menschen vor Ort haben mehr Zeit für Austausch. Gleichzeitig unterstützt du Unterkünfte, Restaurants oder Guides auch außerhalb der wenigen umsatzstarken Monate und hilfst dabei, das Einkommen gerechter über das Jahr zu verteilen. Häufig sind zudem die Temperaturen angenehmer und Unterkünfte oder Flüge günstiger.

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10. Informiere dich über Projekte vor Ort

Regenerativer Tourismus beschäftigt sich mit der Frage, wie Reisen lokale Initiativen unterstützen können. Ein Beispiel sind Renaturierungsprojekte, die beschädigte Naturflächen wiederherstellen möchten. Wenn du dich an einem solchen Projekt beteiligen willst, informiere dich vorab: Wer organisiert es, welche Aufgaben können Gäste übernehmen und was soll damit erreicht werden? So kannst du entscheiden, ob das Projekt zu deiner Reise passt.

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Häufig gestellte Fragen zu fairem Reisen

Kann Reisen jemals wirklich fair sein?

Reisen verursacht fast immer Emissionen und verbraucht Ressourcen und ist fast nie komplett fair. Unser Konzept von Fairen Reisen umfasst aber nicht nur die Umwelt, sondern auch soziale und wirtschaftliche Aspekte. Weltweit hängen enorm viel Arbeitsplätze davon ab, die es zu erhalten gilt. Zudem gibt es Ansätze, bei denen Tourismus aktiv zu Verbesserungen beiträgt, etwa im Umweltschutz. Solche Konzepte sind komplex und nicht perfekt, zeigen aber, welches Potenzial Tourismus haben kann.

Belasten Fernreisen die Umwelt stärker als Reisen in der Nähe?

Bei einer Fernreise mit Flug entstehen durch die An- und Abreise in der Regel mehr Treibhausgasemissionen als bei einer kürzeren Reise mit Bahn oder Bus. Wie hoch die Belastung ausfällt, hängt auch vom Verkehrsmittel und davon ab, wie oft du reist. Mehrere kurze Flugreisen summieren sich ebenfalls. Wir empfehlen deshalb, Fernreisen seltener zu planen – etwa alle drei bis vier Jahre – und dazwischen Ziele in der Nähe zu wählen.

Muss faires Reisen teuer sein?

Faires Reisen ist nicht automatisch teurer. Der Preis hängt davon ab, wann und wohin du reist, welche Unterkunft du wählst und welche Aktivitäten du buchst. Bei FairAway achten wir unter anderem auf Angebote lokaler Gastgeber und Guides. Du entscheidest, welche davon zu deinen Wünschen und deinem Budget passen. Auch ein Blick auf Reisen in der Nebensaison kann sich preislich lohnen.