Das Reisen begeistert uns und bietet neue, spannende Perspektiven. Doch viele Arten des Tourismus führen immer zu Belastungen und Problemen in den Orten, die wir besuchen, anstatt Positives zu bewirken. Dem möchten wir bei FairAway entgegenwirken. Die gute Nachricht ist: Schon kleine Entscheidungen können einen Unterschied machen. Von deiner Unterkunft über den Transport bis hin zu Aktivitäten vor Ort gibt es viele Möglichkeiten, bewusster und nachhaltiger zu reisen. Hier zeigen wir dir 10 konkrete Tipps für nachhaltiges Reisen, mit denen dein Erlebnis verantwortungsvoller und dadurch auch einzigartiger wird.

Caroline Zimmermann - FairAway Content Creator
Autor: Caro
FairAway Content Creator

1. Wähle Unterkünfte sorgsam aus 

Deine Unterkunft hat einen großen Einfluss darauf, wie nachhaltig deine Reise ist. Wir empfehlen kleine Unterkünfte, die bewusst mit Ressourcen umgehen, etwa durch Mülltrennung, weniger Plastikverbrauch oder den Verzicht auf tägliche Handtuchwechsel. Besonders schön sind Homestays. Dort übernachtest du direkt bei Einheimischen, bekommst Einblicke in ihren Alltag und unterstützt sie ganz unmittelbar. Gleichzeitig entsteht oft ein persönlicher Austausch, der deine Reise bereichert und dir Kultur, Traditionen und lokale Küche auf sehr authentische Weise näherbringt. 

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2. Buche Aktivitäten mit den Locals

Auch bei deinen Aktivitäten hast du die Möglichkeit, mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Lokale Guides teilen nicht nur Wissen über Kultur, Natur und Geschichte, sondern zeigen dir Orte, die in keinem Reiseführer stehen. Oft freuen sie sich auch, ganz persönliche Geschichten mit dir zu teilen. Dabei lernst du nicht nur den Guide selbst besser kennen, sondern bekommst nochmal ein ganz anderes Feeling für das bereiste Land. Auch Fahrer oder kleine Familienunternehmen erzielen durch den Tourismus ein Einkommen. Nutzt du ihr Angebot, bleibt das Geld in der Region und deine Reise wird persönlicher und abwechslungsreicher.

So triffst du die Einheimischen 

3. Vermeide Voluntourismus

Eine Sache müssen wir direkt klarstellen: Unter Aktivitäten mit den Locals fallen auf gar keinen Fall Angebote von Voluntourismus sowie Schul- oder Waisenhausbesuche. Auch wenn solche Erlebnisse gut gemeint sind, können sie langfristig schaden. Kinder sind keine Touristenattraktion und brauchen geschützte Räume statt ständig wechselnder Besucher. Zudem fördern manche Angebote problematische Geschäftsmodelle rund um Armut und Abhängigkeit. Sinnvoller sind Begegnungen auf Augenhöhe bei gemeinsamen Aktivitäten. So unterstützt du die Menschen vor Ort, ohne vulnerable Gruppen auszunutzen.

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Hier erfährst du, warum es keine gute Idee ist, Kindern auf Reisen Geschenke zu machen. 

4. Verringere deinen CO₂-Ausstoß

Flüge verursachen einen großen Teil der Emissionen einer Reise. Das ist bekannt und kein Geheimtipp, wenn es um nachhaltiges Reisen geht. Ein paar Details möchten wir dir diesbezüglich aber mit auf den Weg geben. Wenn sich ein Flug nicht vermeiden lässt, lohnt es sich, möglichst einen Direktflug zu wählen, da besonders Start und Landung viel CO₂ verursachen. Auch Inlandsflüge kannst du oft vermeiden, indem du mit dem Zug oder Bus reist. Gleichzeitig hilft es, seltener und dafür länger zu verreisen. Hier kommt der Slow Tourism ins Spiel. Er setzt auf weniger Ortswechsel, mehr Zeit vor Ort und bewussteres Reisen anstatt des Versuchs, möglichst viel in kurzer Zeit zu sehen.

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5. Verzichte bewusst auf Fleisch

Auch bei deiner Ernährung kannst du auf deinen CO₂-Ausstoß achten. Wer häufiger vegetarisch oder vegan isst, verursacht deutlich weniger Emissionen als mit Fleischgerichten. Doch das ist nur einer der vielen Gründe für pflanzliche Ernährung. Für die Tierhaltung werden große Flächen abgeholzt, enorme Mengen Wasser verbraucht und Tierleid in Kauf genommen. Du kannst mithelfen, das zu reduzieren. Dabei musst du auf Reisen keineswegs auf Genuss verzichten. Viele lokale Küchen bieten spannende vegetarische oder vegane Gerichte, die du vielleicht sonst nie probiert hättest und die dir einen authentischen Einblick in die Esskultur eines Landes geben.

So reist du vegetarisch

6. Respektiere wilde Tiere

Viele Reisen beinhalten Begegnungen mit wilden Tieren. Das sind oft unvergessliche Momente, die uns ganz besonders in Erinnerung bleiben. Dabei ist es wichtig, nicht das eigene Erlebnis in den Mittelpunkt zu stellen, sondern immer das Wohl der Tiere im Blick zu haben. Beobachte Wildtiere deshalb möglichst in ihrer natürlichen Umgebung und mit ausreichend Abstand, etwa bei Safaris oder verantwortungsvollen Bootstouren. Aktivitäten wie Delfinshows, Elefantenreiten oder Fotos mit Wildtieren hingegen, gehen immer mit Stress, schlechter Haltung oder Tierleid einher. Hinterfrage deshalb grundsätzlich, ob ein Erlebnis wirklich tierfreundlich ist. 

So reist du tierfreundlich

7. Reduziere deinen Plastikverbrauch

Am nachhaltigsten ist Plastik, das gar nicht erst verbraucht wird. Gerade auf Reisen entsteht jedoch oft viel unnötiger Müll, besonders durch Wasserflaschen. In vielen Ländern ist Leitungswasser nicht trinkbar und schnell kommen dutzende Einwegflaschen zusammen. Problematisch ist das vor allem dort, wo Müll nicht zuverlässig recycelt wird und Plastik in der Natur oder im Meer landet. Unser wichtigster Tipp: Nutze eine wiederverwendbare Trink- oder Filterflasche. Viele Unterkünfte bieten mittlerweile Nachfüllstationen an. Noch mehr Empfehlungen, um Plastik zu vermeiden gibt's in unserem Blog zu genau diesem Thema.

So reduzierst du Plastik auf Reisen

8. Bedenke deinen Wasserverbrauch

Das Thema Wasserverbrauch wird schnell außer Acht gelassen, wenn es um Empfehlungen für nachhaltigeres Reisen geht. Doch es wird immer relevanter und sollte ernst genommen werden. Wasser ist in vielen Reiseländern deutlich knapper als bei uns. Besonders Hotels mit Pools, großen Gartenanlagen oder täglichem Wäschewechsel verbrauchen enorme Mengen. Schon kleine Entscheidungen können deshalb einen Unterschied machen: Nutze Handtücher mehrere Tage, dusche kürzer und lasse Klimaanlage oder Wasser nicht unnötig laufen. Auch die Wahl deiner Unterkunft spielt eine Rolle. Kleine Unterkünfte oder Homestays gehen oft bewusster mit Ressourcen um als große Resorts. So hilfst du dabei, Wasser zu sparen und lokale Ressourcen weniger zu belasten.

9. Reise in der Nebensaison

Viele Reiseziele leiden während der Hauptsaison unter Massentourismus. Sehenswürdigkeiten sind überfüllt, die Natur wird stark belastet und der Alltag vor Ort verändert sich spürbar. Das hat mit Nachhaltigkeit wenig zu tun. In der Nebensaison reist du hingegen oft entspannter und authentischer. Beliebte Orte sind ruhiger und viele Menschen vor Ort haben mehr Zeit für Austausch. Gleichzeitig unterstützt du Unterkünfte, Restaurants oder Guides auch außerhalb der wenigen umsatzstarken Monate und hilfst dabei, das Einkommen gerechter über das Jahr zu verteilen. Häufig sind zudem die Temperaturen angenehmer und Unterkünfte oder Flüge günstiger.

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10. Reise regenerativ

Nachhaltiges Reisen bedeutet vor allem, negative Auswirkungen zu reduzieren. Regenerativer Tourismus geht noch einen Schritt weiter. Ziel ist es, mit deiner Reise aktiv etwas Positives für Natur, Kultur und lokale Gemeinschaften zu bewirken. Dabei stehen die Bedürfnisse der Menschen vor Ort immer im Mittelpunkt und sind der Ausgangspunkt für die Planung von Tourismus. Ein Beispiel sind Renaturierungsprojekte, bei denen du aktiv mithilfst, die Natur vor Ort wieder in ein natürliches Gleichgewicht zu bringen. Regeneratives Reisen fragt also nicht nur: „Wie schade ich weniger?“, sondern auch: „Wie kann meine Reise einen echten Mehrwert schaffen?“

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Häufig gestellte Fragen zu nachhaltigem Reisen

Kann Reisen jemals wirklich nachhaltig sein?

Reisen verursacht fast immer Emissionen und verbraucht Ressourcen und ist fast nie komplett nachhaltig. Nachhaltigkeit umfasst aber nicht nur die Umwelt, sondern auch soziale und wirtschaftliche Aspekte. Weltweit hängen enorm viel Arbeitsplätze davon ab, die es zu erhalten gilt. Zudem gibt es Ansätze, bei denen Tourismus aktiv zu Verbesserungen beiträgt, etwa im Umweltschutz. Solche Konzepte sind komplex und nicht perfekt, zeigen aber, welches Potenzial Tourismus haben kann.

Sind Fernreisen automatisch nicht nachhaltig?

Fernreisen verursachen durch den Flug meist deutlich mehr CO₂ als Reisen in der Nähe. Trotzdem lässt sich Nachhaltigkeit nicht allein an der Entfernung festmachen. Auch viele kurze Flugreisen pro Jahr können eine hohe Belastung darstellen. Wir empfehlen, alle drei bis vier Jahre eine Fernreise zu machen und in den anderen Jahren näher am Zuhause zu reisen.

Muss nachhaltiges Reisen teuer sein?

Nachhaltiges Reisen ist nicht automatisch teurer. Manche nachhaltigen Unterkünfte oder Aktivitäten kosten zwar mehr, weil faire Löhne gezahlt oder kleinere Strukturen unterstützt werden. Gleichzeitig sparst du an anderer Stelle oft Geld, etwa durch Reisen in der Nebensaison, weniger Flüge, längere Aufenthalte und lokale Restaurants statt internationaler Ketten. Es geht vor allem darum, bewusster zu entscheiden, wofür du dein Geld ausgibst und welche Art von Tourismus du unterstützen möchtest.