Das läuft oft falsch – und so können Frauen gezielt gefördert werden. 

  3 Minuten    Die Welt

Betty

„Was Reisen für mich so besonders macht? Nicht nur die schönen Orte dieser Welt, sondern vor allem die Menschen, die dort leben und die spannendsten & bewegendsten Geschichten auf Lager haben."

Betty, FairAway Redaktion

Betty Wilde arbeitet als Content Manager bei Fairaway

 


Women Empowerment richtig gemacht: Wie Frauen vom Tourismus profitieren

Frauen im Tourismus empowern
Wie können Frauen durch Tourismus wirklich empowert werden?

Frauen in der Tourismusbranche: Vorteile & Chancen

Für viele Frauen ist die Beschäftigung im Tourismus ein Ausweg aus der Armut: Die Einstiegshürden sind oft flexibel, genauso wie die Arbeitszeiten. Durch einen eigenen Verdienst ergibt sich die Möglichkeit der Unabhängigkeit. Das kann zum Beispiel – gerade im globalen Süden – heißen, dass Frauen

  • eine Möglichkeit haben, verstärkt am öffentlichen Leben teilzuhaben.
  • mehr Handlungsspielraum bekommen, finanziell wie persönlich.
  • eine gesellschaftliche Aufwertung erfahren.
  • Zugang zu Weiterbildung bekommen.
  • ihr Selbstbewusstsein stärken.

Frauen im Tourismus, das klingt also in der Theorie sehr gut, doch leider sieht die Praxis oft ganz anders aus. 

Homestay von Frauen
Frauenpower im Homestay

Frauen im Tourismus: Probleme & Gefahren

Geringe Einstiegshürden und keine Voraussetzung von Qualifikationen bedeutet oft auch, dass die Tourismusjobs für Frauen eher informell und die Arbeitsbedingungen dadurch sehr schlecht sind. Das bedeutet zum Beispiel, dass

  • Frauen oft nur saisonale Jobs ausüben, was über das Jahr verteilt zu einem Ungleichgewicht und wieder zu Abhängigkeiten führt.
  • zu viele Frauen unterbezahlt werden – die Gender Pay Gap ist auch in Deutschland immer wieder Thema und genauso im globalen Süden ein riesiges Problem. So bekommen weibliche Beschäftigte oft 20 bis 30 Prozent weniger Gehalt als Männer.
  • Frauen weniger angesehene, vermeintlich „weibliche“ Jobs bekommen, während Männer die Manager-Positionen besetzen
  • Rollenklischees verstärkt werden durch diese stereotype Vergabe von Arbeitsplätzen.
  • die Mehrbelastung durch Arbeiten und Kindererziehung bei den Frauen bleibt: An der Infrastruktur für eine Entlastung wird wenig gemacht, die Arbeitstage werden unglaublich lang.

Die Schäden, die der Tourismus oft in Ländern verursacht, sorgen des Weiteren für verschlechterte Lebensbedingungen und dafür, dass Frauen zum Schutz ihrer Familie nur der Weg in die Prostitution bleibt. Ebenfalls ein Problem ist – auch in Europa – dass Frauen in der Tourismusbranche, zum Beispiel weibliche Angestellte in Hotels, oft auch jenseits von Sextourismus sexualisierter Gewalt ausgesetzt werden.

Frauen im Tourismus: Job vs. Familie
Frauen im Spagat zwischen Job und Familie

Frauen im Tourismus: So geht es richtig

Die Gegenüberstellung zeigt: Es gibt gute Ansätze, aber noch viel zu tun. Frauen im Tourismus sollten gezielt gefördert werden, damit sie nicht ausgebeutet werden, sondern wirklich von der Branche profitieren. Sie müssen sich dafür weiterentwickeln und Beruf und Familie gesund vereinbaren können. Dabei geht es nicht nur um eine fachliche Ausbildung, sondern auch um Soft Skills: Diese sind besonders wichtig, um Frauen in Führungspositionen zu etablieren und echte Perspektiven zu bieten. Außerdem gilt: Solange Frauen ungleich bezahlt und bei ihrem Spagat zwischen Karriere und Familie nicht unterstützt werden, kann es keine wirkliche Gleichberechtigung und Chance auf Unabhängigkeit geben. Das gilt natürlich nicht nur für den globalen Süden, sondern für überall auf der Welt – doch es fällt bei starker Armut einfach mehr ins Gewicht. 

Women Empowerment in Indonesien
In Indonesien werden Frauen gezielt in der Reisebranche unterstützt
Was sind die Trends, die uns dieses Jahr beschäftigen? Gerade in Corona-Zeiten sind individuelle Reisen an Orten, die noch keinen Massentourismus kennen, beliebter denn je.

Erfahre hier mehr über die ultimativen Reisetrends für 2021

Positive Beispiele für das Empowerment von Frauen im Tourismus

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Hier stellen wir dir Projekte und Initiativen im Tourismus vor, durch die Frauen gezielt gefördert und abgesichert werden.

  • Awamaki in Peru: Im Valle Sagrado werden Frauen dabei unterstützt, ihre eigenen Handwerksbetriebe aufzubauen und die Produkte international zu vermarkten.
  • Zahlreiche Initiativen in Indonesien: Auf Bali und Sumatra werden Frauen in verschiedenen Projekten in ihrer Unabhängigkeit gestärkt und in Führungspositionen eingesetzt.
  • Roundtable for Human Rights in Tourism: Der gemeinnützige Verein setzt sich international für Menschenrechte ein. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf gefährdeten Personengruppen wie Frauen, Kindern, indigenen Völkern oder Menschen mit Behinderungen.
  • Raus aus der Gewalt in Nicaragua: Hier lernen Frauen und Mädchen durch gezielte Bildungsarbeit und Rechtsberatung ihre Rechte kennen, einzufordern und unabhängig zu werden.
  • Empowering Women of Nepal: Die NGO sorgt für Bildung und Beschäftigung für Frauen in Nepal – zum Beispiel werden gezielt weibliche Sherpas ausgebildet.
  • She-Taxis in Indien: In Indien ist Gewalt gegen Frauen immer wieder ein Thema, weswegen Taxis und Rikschas von Frauen für Frauen eingesetzt werden. Außerdem werden von Frauen geführte Homestays gefördert und Frauen als Fremdenführerinnen ausgebildet.
  • Verhaltenskodex für faire Arbeitsbedingungen: Wir von Fairaway haben einen Verhaltenskodex, in dem faire Bedingungen und Bezahlung sowie die Absicherung im Krankheitsfall oder im Fall einer Schwangerschaft festgelegt werden. Diesen Kodex müssen alle unsere Partner unterschreiben.
Awamaki, ein Projekt von Frauen in Peru
Tolles Beispiel für Women Empowerment im Tourismus: Das Projekt Awamaki in Peru

Fernweh? Na dann los.

  • 1 Aktuell Die Eckdaten deiner Reise
  • 2 Deine Reisedaten
  • 3 Deine Wünsche
  • 4 Deine Kontaktdaten
Mit wem reist du?
Mit der Angabe deines Alters können unsere Reiseexperten dir ein noch passenderes Reiseangebot zusammenstellen. Du musst diese Angabe natürlich nicht machen, wenn du nicht möchtest.